Mangel an Mikrochips Audi und Daimler schränken Produktion weiter ein

Die anhaltende Chipkrise bereitet den Autoherstellern immer größere Probleme. Audi und Daimler schicken Teile ihrer Belegschaft in Kurzarbeit. Die Stuttgarter rechnen nicht mehr mit einem Ausgleich des Produktionsausfalls.
Auch die Produktion im Audi-Stammwerk in Ingolstadt könnte betroffen sein

Auch die Produktion im Audi-Stammwerk in Ingolstadt könnte betroffen sein

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© Michaela Rehle / Reuters/ REUTERS

Die Autohersteller Audi und Daimler ziehen weitere Konsequenzen aus dem Mangel an wichtigen elektronischen Bauteilen. Audi schränkt die Produktion im Werk Neckarsulm in der kommenden Woche ein, die Bänder in der Fertigung der Modelle A6 und A7 sollen vom 26. bis zum 30. April stillstehen. Zuvor hatte die »Augsburger Allgemeine« berichtet.

»Die von den Arbeitsausfällen betroffenen Mitarbeitenden gehen für diesen Zeitraum in Kurzarbeit«, teilte der Konzern mit. Auch die Produktion im Ingolstädter Stammwerk könnte beeinträchtigt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Die Kurzarbeit für die beiden deutschen Werke wurde demnach nur vorbeugend beantragt.

Auch Daimler kündigt an, in nächster Zeit womöglich mehr Mitarbeiter als bisher bekannt in die Kurzarbeit zu schicken, weil wichtige elektronische Bauteile fehlen. In den kommenden Wochen könne es wegen der Chipkrise »hier und dort« zu Produktionsstopps und Kurzarbeit kommen, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm.

Welche Standorte über die bisher bekannten hinaus betroffen sein könnten, ließ er offen. Auch zu Zeiträumen nannte Wilhelm keine Details. Daimler hatte zuvor bereits angekündigt, in den Mercedes-Werken in Rastatt und Bremen jeweils Tausende Mitarbeiter zunächst bis Ende kommender Woche in Kurzarbeit zu schicken.

Produktionsausfall nicht mehr auszugleichen

Die Chipkrise belastet auch die Verkaufszahlen, die voraussichtlich unter denen des ersten Vierteljahres liegen könnten, so Wilhelm. Anders als bisher rechnet Daimler nicht mehr damit, den Produktionsausfall im Laufe des Jahres komplett auszugleichen. Mercedes werde weiterhin darauf achten, dass die besonders rentablen Modelle wie die Luxuslimousine S-Klasse unter der Knappheit nicht litten. »Bislang ist es gelungen, das Thema von der S-Klasse fernzuhalten, das wollen wir weiter so halten«, sagte Wilhelm.

Mit sogenannten Wafern werden mikroelektronische Bauteile gefertigt

Mit sogenannten Wafern werden mikroelektronische Bauteile gefertigt

Foto: Patrick_Pleul/ picture-alliance / dpa/dpaweb

Die weltweiten Probleme beim Nachschub von Elektronikchips bereiten Autokonzernen seit Wochen teils enorme Probleme. Der Chipkonzern Intel sieht kein Ende der globalen Halbleiterengpässe, wie das Unternehmen mitteilte. Die »beispiellose Nachfrage« strapaziere die Lieferketten in der Branche, sagte der neue Intel-Chef Pat Gelsinger. Es fehle an Fertigungskapazitäten, Material für Leiterplatten sowie an Bauteilen.

Daimler-Finanzvorstand Wilhelm sieht die Gründe für den Engpass auch in unvorhersehbaren Ausfällen. In Japan gab es Probleme durch einen Brand in einer Chipfabrik, in Texas durch einen Stromausfall im Wintersturm. Es sei davon auszugehen, dass diese Kapazitäten im zweiten Halbjahr aber wieder zur Verfügung stünden und sich die Lage entspanne.

hba/dpa