Winterkorns Sparpläne Audi und Porsche werfen VW Missmanagement vor

VW-Chef Winterkorn will seinen Konzern zum Sparen zwingen - und löst damit nach SPIEGEL-Informationen einen Aufstand bei den hochprofitablen Tochtergesellschaften Porsche und Audi aus.
Volkswagen-Chef Winterkorn: Lieblingsprojekt in der Kritik

Volkswagen-Chef Winterkorn: Lieblingsprojekt in der Kritik

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Zwischen den einzelnen Marken des Volkswagen-Konzerns wächst der Streit um das geplante Sparprogramm, mit dem Volkswagen-Chef Martin Winterkorn die Kosten um fünf Milliarden Euro senken will. Nach Informationen des SPIEGEL wollen die Töchter Audi und Porsche, die hochprofitabel sind, ihre Investitionen nicht kürzen.

Die Marke VW müsse vielmehr ihre Kosten endlich senken, fordern Audi- und Porsche-Manager. Die Kernmarke des Konzerns leide unter Missmanagement. So habe VW weit über eine Milliarde Dollar in das US-Werk Chattanooga investiert, das jetzt nicht ausgelastet sei, weil die richtigen Modelle für den US-Markt fehlten. Die Fabrik im Bundesstaat Tennessee soll hohe Verluste einfahren.

Die Kosten bei Volkswagen seien auch deshalb so hoch, weil im Werk Wolfsburg für mehrere Hundert Millionen Euro neue Produktionsanlagen installiert wurden, die jetzt nur mangelhaft funktionierten. Wegen dieser beiden Probleme müssen Produktionsvorstand Michael Macht und Vertriebschef Christian Klingler nach SPIEGEL-Informationen um ihre Posten fürchten.

Manager von Audi und Porsche kritisieren auch ein Lieblingsprojekt von VW-Chef Winterkorn: die Entwicklung eines sogenannten Low Budget Car, das für rund 7000 Euro angeboten werden soll. Das Projekt werde nur wenig Gewinn abwerfen – und so die Konzernrendite weiter senken.

ric