Überraschend gute Zahlen Audi verdoppelt den Gewinn

Corona und dem Halbleitermangel zum Trotz: Die VW-Tochter Audi hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Auch für Porsche meldeten die Wolfsburger glänzende Zahlen.
Audi-Model bei einer Präsentation in Shanghai (2021): 53 Milliarden Umsatz für die Marke

Audi-Model bei einer Präsentation in Shanghai (2021): 53 Milliarden Umsatz für die Marke

Foto: Alex Plavevski / EPA

Die VW-Tochter Audi hat ihren Gewinn trotz der Halbleiterengpässe im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Der Betriebsgewinn vor Sonderposten lag bei der Marke 2021 mit 5,5 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie vor Jahresfrist, wie aus dem Geschäftsbericht der Konzernmutter Volkswagen  hervorgeht. Der Umsatz der Marke Audi stieg um 6,2 Prozent auf 53,1 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge verbesserte sich auf 10,5 von 5,5 Prozent.

Auch der Sportwagenbauer Porsche hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient. Die VW-Tochter machte mit dem Automobilbau – ohne die Finanzdienstleistungen – fünf Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen. Das war knapp ein Viertel mehr als im Jahr zuvor. Porsche hatte mit rund 302.000 Autos knapp elf Prozent mehr ausgeliefert und den Umsatz um 16,1 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro gesteigert. Die operative Marge lag damit bei 16,5 Prozent nach 15,4 Prozent im Vorjahr.

Die Porsche AG gilt als wertvollster Konzernteil der Wolfsburger und soll möglichst noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden. So will der VW-Konzern Geld für seine Elektrooffensive einnehmen.

Bereits am Freitag hatte Volkswagen gute Zahlen für den Gesamtkonzern bekannt gegeben. Demnach stieg der Gewinn von Europas größter Autogruppe auf Basis vorläufiger Zahlen gegenüber 2020 um fast 75 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro – trotz zeitweise gravierender Schwierigkeiten wegen des Halbleitermangels. Auch der Umsatz legte nach den coronabedingten Absatzproblemen des Vorjahres zu und wuchs um 12,3 Prozent auf 250,2 Milliarden Euro.

Krieg in der Ukraine belastet Ausblick

Trotz der guten Zahlen ist der Ausblick für das laufende Jahr ungewiss: »Unter normalen Umständen hätten wir jeden Grund gehabt, optimistisch auf 2022 zu blicken«, sagte VW-Chef Herbert Diess. VW habe gute finanzielle Ergebnisse erzielt, die Pandemie lasse nach und die Versorgung mit Halbleitern dürfte sich im Jahresverlauf stetig verbessern. Aber: »Der Krieg in der Ukraine hat unseren bisherigen Ausblick infrage gestellt.« Wegen der Engpässe bei Kabelbäumen  verlagere der Konzern die Fertigung von einigen Zehntausend Einheiten in die USA und nach China.

Derzeit kommt es im Audi-Werk in Neckarsulm zu weiteren Ausfällen in der Produktion. Zur Begründung nannte eine Sprecherin am Dienstag Lieferengpässe angesichts des Krieges in der Ukraine und der Coronapandemie sowie die aktuelle Situation bei der Versorgung mit Halbleitern.

Nach Konzernangaben ruht in Neckarsulm seit Montag die Produktion der Modelle A4 und A5. Bereits seit dem 7. März werden die Modelle A6, A7, der Sportwagen e-tron GT und R8 nicht produziert. Die Produktion soll bis zum 25. März pausieren.

sol/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren