Sparplan Audi will 4000 bis 5000 Stellen abbauen

Audi-Führung und Betriebsrat ringen um ein Spar- und Zukunftspaket. Der Autohersteller will Tausende Stellen abbauen, die Arbeitnehmer fordern eine Jobgarantie. Nächste Woche könnte es eine Einigung geben.
Foto: Armin Weigel/ dpa

Die Audi-Führung konnte sich vor der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch nicht wie geplant mit dem Betriebsrat auf ein Zukunftspaket einigen. Die Gespräche verliefen lautstark und ergebnislos. Nach SPIEGEL-Informationen herrscht Uneinigkeit darüber, welche und wie viele Stellen der Autohersteller tatsächlich abbauen soll.

Der Betriebsrat will zunächst Tätigkeiten definieren, die künftig nicht mehr benötigt werden. Mit einem "Zielbild" für das Jahr 2025 soll die Unternehmensleitung präzise aufzeigen, welche Fahrzeuge und Dienstleistungen Audi in den nächsten fünf Jahren anbieten will - und welche Arbeitskräfte dafür benötigt werden. Der drohende Abbau soll dann über Umschulungen und Weiterbildungen abgefedert werden.

Das Audi-Management dagegen will rasch mit Stellenkürzungen anhand einer "Abbaukurve" beginnen. Die jährliche Produktionskapazität in den Werken in Ingolstadt und Neckarsulm soll um je 100.000 Fahrzeuge reduziert werden, die Zahl der Mitarbeiter entsprechend sinken. Die Rede ist von 4000 bis 5000 Stellen, die Audi über Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen abbauen will. Es sollen keine Mitarbeiter entlassen, sondern frei gewordene Stellen nicht mehr nachbesetzt werden.

Jobgarantie bis 2029 unter Bedingungen

Streit gibt es auch über die Dauer der Jobgarantie, die noch bis 2025 gilt. Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Verlängerung bis mindestens 2030, was Audi bislang ablehnt. Das Unternehmen drängt jedoch auf eine schnelle Einigung - und gibt sich weiter optimistisch: Mit einer Einigung sei noch in der kommenden Woche zu rechnen, heißt es aus Audi-Kreisen.

Einer Beschäftigungsgarantie bis 2029 könne man zustimmen, sofern der Betriebsrat im Gegenzug die Reduzierung der Produktionskapazitäten in den Werken akzeptiert. Als weiteres Entgegenkommen will Audi garantieren, auch künftig in größerem Umfang Ausbildungsplätze anzubieten.

Der Premiumhersteller steht vor einem größeren Umbau. In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass Audi seinen Vorstandschef sowie mehrere Vorstände austauschen wird. Ab Anfang April 2020 soll der neue Chef Markus Duesmann das Unternehmen grundlegend reformieren. Der Motorenexperte kommt von BMW, wo sein Abgang sehr bedauert wird. Sein Ziel ist es, der Marke Audi ihren Anspruch "Vorsprung durch Technik" zurückzugeben.

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