Aufschwung in Gefahr Ökonomen warnen vor Konjunktur-Rückschlag

Die Wirtschaft wächst wieder, die Exporte legen zu, auch der ZEW-Index steigt - die Aussichten auf einen Aufschwung werden besser. Doch führende Ökonomen dämpfen jetzt die Hoffnung: Es drohe eine zweite Runde der Krise.


Düsseldorf - Die deutsche Wirtschaft steht womöglich vor einem schweren Rückschlag: Laut "Handelsblatt" befürchten führende Ökonomen eine zweite Runde der Wirtschaftskrise in Deutschland. So hält der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf, Gustav Horn, die entsprechenden Warnungen der Bundesbank für durchaus plausibel. "Denn erfahrungsgemäß treten die Pleiten und Privatinsolvenzen mit Verzögerung auf, so dass deren kräftigster Anstieg eventuell erst im kommenden Jahr zu erwarten ist", sagte Horn der Zeitung.

Erwerbslose in der Warteschlange: Dämpfer für den Aufschwung
ddp

Erwerbslose in der Warteschlange: Dämpfer für den Aufschwung

Begründet sieht Horn seine Vermutung darin, dass die Arbeitslosigkeit trotz der besseren Konjunkturdaten noch "deutlich" ansteigen dürfte. Das belaste den Konsum, der derzeit die Konjunktur noch stütze, warnte Horn. "Insofern ist ein konjunktureller Rückschlag wahrscheinlich, die Krise ist eben noch nicht überwunden."

Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hält einen Rückschlag für die Konjunktur für möglich. "Die Wirtschaftskrise hat massiv in die Geschäfte auch starker Unternehmen eingegriffen und macht manche Kredite fragwürdig", sagte Zimmermann dem "Handelsblatt". "Zu den Risiken des beginnenden Aufschwungs gehört daneben die jetzt wachsende Gefahr einer Kreditklemme."

Zimmermann warf in diesem Zusammenhang der Bundesregierung vor, den Zeitpunkt verpasst zu haben, rechtzeitig durch Einführung einer funktionierenden Bad Bank die Bankenszene von den giftigen Wertpapieren zu befreien. Die Folgen lägen auf der Hand: Die Landesbanken hätten ihr Kreditgeschäft eingeschränkt, die internationalen Banken hätten ihr Geschäft in Deutschland reduziert, und die Sanierung der Großbanken, insbesondere der Commerzbank, sei noch nicht abgeschlossen. Infolgedessen nehme der Druck auf Volksbanken und Sparkassen zu: "Man wird die Finanzbranche weiter im Auge behalten müssen", sagte Zimmermann.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium weist in seinem aktuellen Monatsbericht darauf hin, dass noch nicht alle Probleme im Bankensektor vollständig gelöst seien. Zugleich warnt das Ministerium vor zu viel Euphorie im Hinblick auf die konjunkturellen Erwartungen: "In der Summe bleiben erhebliche Risiken für die weitere wirtschaftliche Erholung."

Unter Börsenprofis nimmt die Zuversicht unterdessen immer weiter zu: Der ZEW-Index, der die Stimmung unter Finanzanalysten und institutionellen Anlegern abbildet, stieg im August überraschend deutlich von 39,5 Punkten im Vormonat auf 56,1 Punkte, wie das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einer Verbesserung auf 47,3 Punkte gerechnet.

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nemansisab, 12.07.2009
1. Nach der Krise ist vor der Krise?
Zitat von sysopDie Anzeichen für ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise verdichten sich. Laut Industrieverband BDI gibt es erste Anzeichen für eine Erholung des Außenhandels. Auch das Wirtschaftsministerium ist optimistisch. Hat Deutschland die Talsohle durchschritten?
Welche Talsohle? Hier in HH ist alles ruhig und satt.... Mehr als satt, regelrecht fett würde ich sagen! Irgendwie wird die Nachrichtenlage zur "Krise" dünner. Vielleicht ist sie vorbei oder aber wir werden vor der Wahl eingelullt und danach kommt der große Knall. Wie auch immer, ich habe ein ungutes Gefühl. Aber was hat Wirtschaft schon mit Gefühlen zu tun.
e.schw 12.07.2009
2. Wunder über Wunder...
Zitat von sysopDie Anzeichen für ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise verdichten sich. Laut Industrieverband BDI gibt es erste Anzeichen für eine Erholung des Außenhandels. Auch das Wirtschaftsministerium ist optimistisch. Hat Deutschland die Talsohle durchschritten?
Da behaupte mal einer, heute geschehen keine Wunder mehr.
LouisWu 12.07.2009
3.
Zitat von sysopDie Anzeichen für ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise verdichten sich. Laut Industrieverband BDI gibt es erste Anzeichen für eine Erholung des Außenhandels. Auch das Wirtschaftsministerium ist optimistisch. Hat Deutschland die Talsohle durchschritten?
Wer kann das schon beantworten? Falls aber reine Spekulation gefragt ist: Ich lese recht gut aus Katzen-Eingeweiden..;-) In unserer Firma läuft das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr immer noch auf -30% Niveau und das EBIT wird dank 20% Kurzarbeit auf einer "schwarzen Null" gehalten. Es ist auch fraglich, ob das Umsatzniveau der Vorjahre überhaupt nochmal erreicht werden wird. Die ganze Welt scheint ja auf Pump gelebt und bestellt zu haben, und jetzt ist das billige Geld möglicherweise auf Dauer weg und damit auch der entsprechende Umsatz. Warten wir's ab.
liborum 12.07.2009
4.
Zitat von e.schwDa behaupte mal einer, heute geschehen keine Wunder mehr.
Und wie wir uns wundern- nach der WAhl.
Adran, 12.07.2009
5.
"Deutsche Exporte mit -24,5% im Mai" (http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/07/deutsche-exporte-mit-245-im-mai.html) "Deutsche Industrieproduktion mit Jubelmeldungen" (http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/07/deutsche-industrieproduktion-mit.html) Lucas Zeise - Weltwirtschaftskrise, die nächste (http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Lucas-Zeise-Weltwirtschaftskrise-die-n%E4chste/536705.html) und last but not least, einen der keinen Wahlkrampf hat, und daher wohl nicht verschönt.. Summers On Recession: "I Don't Think The Worst Is Over" (http://www.huffingtonpost.com/2009/07/11/summers-on-recession-i-do_n_230022.html)
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