Studie Aufsichtsräte von Dax-Unternehmen bleiben Männerdomäne

Nur jeder fünfte Posten in Aufsichtsräten von Dax-Konzernen ist laut einer aktuellen Studie mit einer Frau besetzt. Nach Willen der EU-Kommission soll sich ihr Anteil bis 2020 fast verdoppeln. Das Gehalt der Kontrolleure ist indes auf Rekordniveau gestiegen.

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: 22 statt 40 Prozent
DPA

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: 22 statt 40 Prozent


Frankfurt am Main - Die gute Nachricht: Die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten deutscher Top-Konzerne steigt. Dennoch: Die 30 Dax-Konzerne Chart zeigen sind im Schnitt trotzdem noch weit entfernt von einer Frauenquote von 40 Prozent, wie sie die EU-Kommission ab 2020 vorschlägt. Einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zufolge sind aktuell gerade 101 der insgesamt 488 Kontrolleure weiblich. Ihr Anteil liegt demnach bei 21,9 Prozent, im Vorjahr waren es noch 1,5 Prozentpunkte weniger.

Auch die Spitzenposten der Kontrollgremien sind weiterhin nahezu komplett männerdominiert. Eine Ausnahme ist der Konsumgüterhersteller Henkel mit Simone Bagel-Trah an der Spitze des Aufsichtsrats. Unter den Top Ten der "mächtigsten Kontrolleure" führt die Studie keine Frau auf. Stattdessen führen Ulrich Lehner, der an der Spitze des Aufsichtsrats von Deutscher Telekom und ThyssenKrupp steht und Mitglied im E.on-Kontrollgremium ist, sowie Werner Wenning, Top-Kontrolleur bei E.on Chart zeigen und Bayer Chart zeigen, das Ranking an.

Die Aufsichtsratsvorsitzenden verdienten zudem mehr: Die 30 Dax-Gesellschaften überwiesen ihren Kontrolleuren für das vergangene Geschäftsjahr demnach insgesamt 74,8 Millionen Euro. Das waren 7,4 Prozent mehr als 2011 und 6,5 Prozent mehr als im bisherigen Spitzenjahr 2007. Am meisten zahlte VW mit 8,8 Millionen Euro - fast das Doppelte wie der Siemens-Konzern, der mit 4,8 Millionen Euro an zweiter Stelle lag. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Vergütung der VW-Aufsichtsräte um 19 Prozent.

Spitzenverdiener unter den Aufsichtsräten war demnach mit 1,1 Millionen Euro erneut VW-Patriarch Ferdinand Piëch. Er verdiente mehr als das Dreifache eines durchschnittlichen Dax-Chefkontrolleurs (314.000 Euro). Auf Rang zwei folgte IG-Metall-Chef Berthold Huber, der bei Siemens Chart zeigen und VW dem Aufsichtsrat vorsitzt und dafür knapp eine Million Euro einstreicht. Huber führt laut IG Metall allerdings einen Großteil seiner Bezüge an die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung ab.

vks/dpa/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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Quagmyre 15.10.2013
1. Frauen
Zitat von sysopDPANur jeder fünfte Posten in Aufsichtsräten von Dax-Konzernen ist laut einer aktuellen Studie mit einer Frau besetzt. Nach Willen der EU-Kommission soll sich ihr Anteil bis 2020 fast verdoppeln. Das Gehalt der Kontrolleure ist indes auf Rekordniveau gestiegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aufsichtsraete-von-dax-unternehmen-bleiben-laut-studie-maennerdomaene-a-928001.html
Na und? Die EU-Kommission soll sich mit den wirklich wichtigen Fragen in Europa befassen und nicht mit solchem Gender-Ideologie-Quark.
petrapanther 15.10.2013
2.
Zitat von QuagmyreNa und? Die EU-Kommission soll sich mit den wirklich wichtigen Fragen in Europa befassen und nicht mit solchem Gender-Ideologie-Quark.
Was könnte wichtiger sein als die Gleichberechtigung der Hälfte der europäischen Bevölkerung?
Heiner Weigand 15.10.2013
3. Nicht die wahre Welt
Was in deutschen DAX-Konzernen passiert ist völlig irrelevant, da sie in Sachen Arbeitsplätze und Anteil am BIP nur einen kleinen Anteil an der Wirtschaft haben. Viel wichtiger ist der Mittelstand. Und dort sind Frauen in Chefetagen zwar auch nicht die Regel aber es gibt sie - und das zunehmend erfolgreich.
robeuten 15.10.2013
4.
Zitat von petrapantherWas könnte wichtiger sein als die Gleichberechtigung der Hälfte der europäischen Bevölkerung?
Wow, Sie als vermutlich Frau - naja, ist ja eh' nur ein Konstrukt - setzten sich also dafür ein, daß endlich nicht über 90% der durch Arbeitsunfälle getöteten Menschen männlichen Geschlechtes sind, und Sie werde dafür sorgen, daß durch entsprechende Umverteilung von Forschungsgeldern die enormen Unterschiede bezüglich Lebenserwartung nicht immer weiter zugunsten der Frauen auseinanderdriften? RESPEKT!!! Ach ja, würde doch nur mit dem gleichen Nachdruck eine Quote für zwar weniger gut bezahlte, aber eben "typisch männliche" Berufe mit viel Dreck, viel körperlicher Belastung und großem Risiko eingefordert werden - ich wäre ja schon ganz begeistert, wenn ich nur einmal z.B. eine Müllfrau sähe!!!
Blaufrosch 15.10.2013
5. Frauen lassen sich abspeisen..
... mit netten Vorstandsposten im Compliance und HR Bereich abspeisen... Warum ist das so?
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