Auftrag für ThyssenKrupp Norwegen will deutsche U-Boote ab 2025 einsetzen

Norwegen will 2019 einen Milliardenauftrag für den Bau von vier U-Booten bei ThyssenKrupp unterzeichnen. Zwei weitere baugleiche Schiffe sollen an die Deutsche Marine gehen.

U-Boot des Typs 212
ThyssenKrupp Marine Systems

U-Boot des Typs 212


Norwegen strebt den Abschluss eines Milliardenvertrages zum Kauf von vier deutschen U-Booten für das Jahr 2019 an. Früheren Angaben zufolge sollen sie auf dem Typ 212 aufbauen, der in Deutschland schon genutzt wird.

"Wir wollen 2019 unterzeichnen und die ersten U-Boote Mitte der 2020er Jahre bekommen", sagte die konservative norwegische Verteidigungsministerin Ine Marie Eriksen Søreide bei einem gemeinsamen Besuch des Marinestützpunkts Eckernförde mit ihrer deutschen Kollegin Ursula von der Leyen.

Im Juni hatte das norwegische Parlament die Anschaffung von vier neuen U-Booten gebilligt. Das Volumen liegt bei umgerechnet 4,33 Mrd. Euro.

Enge Kooperation angestrebt

Der Kauf der Schiffe ist Teil einer engen Marinekooperation Deutschlands und Norwegens, im Zuge derer die Bundeswehr zwei baugleiche U-Boote von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) sowie Lenkflugkörper des norwegischen Unternehmens Kongsberg kaufen will. Der Auftrag war schon Anfang des Jahres angekündigt worden, allerdings wurden damals keine Details zu den Kosten genannt.

Beide Länder wollen künftig unter anderem bei Training, Übungen und U-Boot-Instandhaltung zusammenarbeiten. Zudem sollen gemeinsam Raketen für die Marine entwickelt werden.

Norwegen sei ein Wunschpartner, sagte von der Leyen. Eriksen Søreide bezeichnete die Partnerschaft als beispielhaft für Kooperationen anderer Nato-Staaten.

Norwegen bekommt die U-Boote zuerst

Beide Regierungen hatten Ende Juni eine Absichtserklärung unterzeichnet - und im Anschluss das Vergabeverfahren eingeleitet. "Wir analysieren aktuell die Anforderungen und werden im Anschluss an eine Konzeptphase im kommenden Jahr ein Angebot abgeben. Aktuell ist vorgesehen, bis Mitte 2019 die Vertragsverhandlungen abzuschließen", sagte ein TKMS-Sprecher.

Die neuen norwegischen U-Boote sollen etwa ab 2025, die für die deutsche Marine etwa von 2027 an geliefert werden. Zurzeit verfügt Deutschland über sechs U-Boote. Heimathafen des einzigen U-Bootgeschwaders ist Eckernförde.

Für den deutschen Rüstungskonzern ist das Geschäft ein wichtiger Erfolg nach mehreren Rückschlägen. Im April 2016 hatte ThyssenKrupp den Wettbewerb um einen Milliardenauftrag für den Bau australischer U-Boote verloren. Den Zuschlag bekam damals die französische Konkurrenz von DCNS.

brt/dpa/Reuters

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