Aus für Tiger-Limo Pepsi verzichtet auf Tiger Woods

Pepsi verabschiedet sich von einem seiner großen Werbestars: Der Trubel um sein Privatleben hat dem Image von Golfprofi Tiger Woods geschadet - weswegen der Limo-Hersteller künftig auf ihn als Werbeträger verzichtet. Offiziell ist die Trennung allerdings Zufall.

AP

New York - Pauken schlagen und Fanfaren erklingen: Zu Richard Strauss' "Also sprach Zarathustra" schwebt ein Astronaut über den Mond, schnappt sich einen Golfschläger, holt aus, schwingt - und drischt einen Golfball in die nächste Umlaufbahn. Der Astronaut öffnet sein Visier - zu sehen ist Golfstar Tiger Woods, wie er dem Ball nachlächelt. Dazu fragt eine Stimme aus dem Hintergrund: "Wenn man der größte Golfer auf Erden ist, was kommt als nächstes?"

Diese Frage aus dem Werbespot für das Sportgetränk "Gatorade Tiger" stellt sich Tiger Woods derzeit wohl vor allem selbst. Fest steht nur, dass er vorerst keine Weltraum-Werbung mehr für Gatorade drehen wird. Der Limonaden-Konzern PepsiCo Chart zeigen, dem die Marke gehört, wird das nach Tiger Woods benannte Produkt nicht mehr verkaufen, wie US-Medien berichteten.

Tiger Woods hatte in den vergangenen Wochen mit seinem Privatleben in den USA für Aufregung gesorgt. Vorangegangen war eine abenteuerliche Geschichte über einen Autounfall, in den Woods verwickelt sein soll. Seitdem überbietet sich die amerikanische Klatschpresse mit Gerüchten über das Eheleben des Golfprofis.

Dass PepsiCo das Getränk nun absetzen wird, habe aber nichts mit dem Wirbel um Tiger Woods' Privatleben zu tun, sagt ein Sprecher des Unternehmens dem "Wall Street Journal". Seit Monaten plane man bereits eine Neustrukturierung der Produktpalette. Demselben Zeitungsbericht zufolge sei der Umsatz der Tiger-Marke 2009 um ein Drittel eingebrochen.

Angeschlagener Werbe-Star

Tatsächlich scheint Werbe-Ikone Woods vorerst nicht mehr gefragt zu sein: Auf den Tag genau seit Beginn der Skandal-Berichte wurden in den USA keine Werbespots mehr mit ihm gezeigt. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf das Marktforschungsinstitut Nielsen weiter berichtete, lief im US-Fernsehen seit Ende November kein Spot mit Woods mehr zur Hauptsendezeit oder in der Sportberichterstattung.

Woods' Abwesenheit im Fernsehen sei nur ein großer Zufall, beteuert aber auch der Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble Chart zeigen. Das Unternehmen wirbt mit Woods für die Rasierer-Marke "Gillette" Chart zeigen. Im "Wall Street Journal" erklärte ein Unternehmenssprecher, Marketingstrategien und Werbebuchungen seien nicht nachträglich verändert worden.

Tiger Woods selbst muss sich aber trotzdem keine Sorgen um sein Auskommen machen. Selbst wenn weitere Sponsoren abspringen sollten, bleiben noch genügend andere übrig. Der Dauer-Weltranglistenerste Woods hat hochdotierte Werbeverträge unter anderem mit Sportausrüster Nike Chart zeigen, dem Schweizer Uhren-Produzenten Tag Heuer und dem Computerspiel-Hersteller Electronic Arts Chart zeigen. Nach einem Bericht des US-Magazins Forbes ist Woods der weltweit erste Sportler, der mit Werbe-, Preis- und Antrittsgeldern zusammen mehr als eine Milliarde Dollar verdient hat.

sja



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