Aus für Traditionsmarke General Motors gibt Saab endgültig auf

Die Verhandlungen sind gescheitert: General Motors wird seine schwedische Tochter Saab definitiv nicht verkaufen. Damit ist das Aus für die Traditionsmarke beschlossene Sache - jetzt geht es nur noch um die Abwicklung.
Saab 95 (auf der IAA 2009): "Unlösbare Fragen"

Saab 95 (auf der IAA 2009): "Unlösbare Fragen"

Foto: Tom Grünweg

Detroit - Ein schwedischer Mythos stirbt: Den Autohersteller Saab wird es bald nicht mehr geben. Das gab der US-Mutterkonzern General Motors am Freitag bekannt.

Als Grund teilten die Amerikaner mit, dass die Verhandlungen über einen Verkauf von Saab gescheitert seien. Daher werde die Traditionsmarke nun "ordnungsgemäß" abgewickelt.

In den vergangenen Tagen hatte GM Verkaufsverhandlungen mit dem niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Car geführt. Dabei seien jedoch Fragen aufgetaucht, "die beiden Seiten unlösbar erschienen", teilte GM mit. Zuvor hatte GM bereits mit der schwedischen Sportwagenschmiede Koenigsegg keine Einigung über einen Verkauf von Saab erzielen können.

Bei den Verhandlungen mit Spyker sei klar geworden, dass ein Verkauf nicht in angemessener Zeit umzusetzen sei. GM bedauere, dass die Verhandlungen zu keinem Erfolg geführt hätten.

GM gewährleistet weiter Garantie für Saab-Fahrzeuge

"Wir werden eng mit Saab zusammenarbeiten, um das Geschäft in verantwortlicher und geregelter Weise abzuwickeln", erklärte GM-Europa-Chef Nick Reilly. Dabei gehe es auch darum, Zahlungsverpflichtungen etwa gegenüber Zulieferern zu befriedigen. Es handele sich nicht um eine Insolvenz.

Saab werde die Garantie für seine Autos auch weiter gewährleisten, erklärte GM. Auch wolle der Konzern weiter Ersatzteile an alle Saab-Fahrer weltweit verkaufen.

Anfang der Woche hatte GM bereits mitgeteilt, der staatliche chinesische Autokonzern BAIC übernehme große Teile der Maschinen und Baupläne der schwedischen Tochter. Die Chinesen kaufen Rechte an der Motor- und Getriebetechnik der beiden wichtigsten laufenden Modelle.

Außerdem werden die Produktionsanlagen für das große Saab-Modell 9-5 in Schweden abgebaut und nach China gebracht, wo BAIC-Autos darauf entstehen sollen.

Bei seiner Deutschland-Tochter Opel hatte sich General Motors anders entschieden: Das Unternehmen soll - entgegen ursprünglichen Plänen - im Konzernverbund bleiben.

wal/AFP/APD/Reuters
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