Ausfuhr-Limit China treibt Preise für Seltene Erden hoch

Smartphones oder Bildschirme könnten bald teurer werden: China will die Ausfuhr von Seltenen Erden drastisch begrenzen. Die Rohstoffe sind für den Bau vieler Hightech-Geräte unentbehrlich, Peking hat ein Quasi-Monopol darauf. Mit dem Export-Limit sollen die Preise jetzt wieder steigen.
Verarbeitung von Seltenen Erden: Begehrte Rohstoffe, dennoch sanken zuletzt die Preise

Verarbeitung von Seltenen Erden: Begehrte Rohstoffe, dennoch sanken zuletzt die Preise

Foto: ? David Gray / Reuters/ REUTERS

Peking - Weil im vergangenen Jahr durch die weltweite Konjunktureintrübung die Preise für Seltene Erden kräftig gefallen sind, hat das chinesische Handelsministerium in Peking angekündigt, die Exporte im ersten Halbjahr 2012 bei 10.546 Tonnen zu deckeln - das sind 27 Prozent weniger als im Vorjahr. China beherrscht mit einem Anteil von 97 Prozent den Weltmarkt für die Rohstoffe, die in Smartphones, Energiesparlampen oder Küchenherden stecken.

Zudem will das chinesische Handelsministerium die Zahl der ausfuhrberechtigten Unternehmen von 26 auf nur noch elf beschränken. Die Preise sollen so auf frühere Höhen getrieben werden. Bereits im Jahr 2009 hatte China die Exporte gekürzt und Technikfirmen weltweit in Alarmstimmung versetzt. Insgesamt gehören 17 Elemente zu den Seltenen Erden, die exotischen Mineralien werden außer in modernen Alltagsgeräten unter anderem in Windkraftanlagen verbaut.

In den vergangenen sechs Jahren förderten chinesische Firmen der China Society of Rare Earths zufolge im Durchschnitt mehr als hunderttausend Tonnen Seltene Erden. Für das vergangene Jahr hatte die Regierung in Peking angeordnet, die Produktion bei 93.000 Tonnen zu deckeln. Die weltweite Nachfrage wird auf derzeit 120.000 Tonnen geschätzt - und soll künftig um jährlich etwa zehn Prozent steigen.

Toyota sichert sich gesamte Produktion aus indischem Minenprojekt

Die Herstellerfirmen stehen der Entscheidung der Pekinger Regierung recht machtlos gegenüber: Der Preiseinbruch hat viele Minenprojekte ins Wanken gebracht, die Abnehmer unabhängiger von China machen sollten. Vorhaben in den USA, in Australien und Brasilien verzögern sich, weil es für die Minengesellschaften schwieriger wird, angesichts der gefallenen Preise Geldgeber zu finden.

Die Deutsche Rohstoffagentur sieht nur noch zwei Projekte, die die Abhängigkeit deutscher Firmen von Seltenen Erden aus China verringern könnten. Eins liegt in Westaustralien und soll 2012 starten, das andere liegt in Kalifornien - Förderbeginn unbekannt. Der japanische Autohersteller Toyota hat sich schon die gesamte Ausbeute des indischen Ganjam-Projekts gesichert. Dort soll die Produktion im Jahr 2013 beginnen.

nck/dapd
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