Branchenschätzung Deutschem Außenhandel entgehen 2020 etwa 160 Milliarden

Um mindestens elf Prozent ist Deutschlands Exportvolumen wegen der Corona-Pandemie geschrumpft, schätzt der Branchenverband BGA. Wie schnell sich der Außenhandel von der Krise erholt, hängt auch vom Brexit ab.
Containerterminal Altenwerder am Hamburger Hafen (Archivbild)

Containerterminal Altenwerder am Hamburger Hafen (Archivbild)

Foto: Maurizio Gambarini/ picture-alliance/ dpa

Aufgrund der Coronakrise wird der deutsche Außenhandel aus Sicht des BGA 2020 um mindestens elf Prozent schrumpfen. Das teilte der Branchenverband in einer Pressemitteilung  mit. Bei einem Exportvolumen von 1,3 Billionen Euro im Jahr 2019 bedeutet das einen Rückgang von etwa 160 Milliarden Euro.

Für das kommende Jahr prognostiziert der Verband ein Plus. BGA-Außenhandelspräsident Anton Börner sagte, er rechne damit, »das Vorkrisenniveau spätestens im Sommer 2022 zu erreichen«.

Wie schnell sich der Außenhandel erholt, hänge auch davon ab, wie sich die Prozesse nach dem Brexit einspielen werden, so Börner: »Auch mit einem ›weichen‹ Brexit wird eine Vielzahl von Veränderungen auf unsere Unternehmen zukommen.«

So würden für Waren aus der Europäischen Union nach Großbritannien bereits in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres Zollkontrollen eingeführt. Dies geschehe stufenweise. »Einfuhranmeldungen und Vorabanmeldungen werden dann verpflichtend.«

Die EU und Großbritannien hatten sich erst Weihnachten auf ein Handelsabkommen geeinigt – kurz vorm Ablauf der Frist am Jahresende.

Unter anderem die lange Unsicherheit in dieser Frage habe dazu geführt, dass die deutschen Ausfuhren ins Vereinigte Königreich in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um rund 18,5 Prozent zurückgingen. Rund sechs Prozent der deutschen Ausfuhren gingen im Jahr 2019 laut Statistischem Bundesamt nach Großbritannien.

bah/Reuters/dpa
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