Außenhandel Deutschland exportiert sich aus der Krise

Die deutschen Exporteure, wichtiger Motor des Wachstums, gewinnen deutlich: Im Februar stiegen die Ausfuhren aus Deutschland um 5,1 Prozent - und damit stärker als erwartet. Auch bei den Importen gab es ein deutliches Plus.
Arbeiter im Hamburger Hafen: Vor allem Ausfuhren ins außereuropäische Land legten zu

Arbeiter im Hamburger Hafen: Vor allem Ausfuhren ins außereuropäische Land legten zu

Foto: CHRISTIAN CHARISIUS/ REUTERS

Berlin - Aufatmen bei den deutschen Exporteuren: Nach einem Rückschlag im Januar hat die Exportwirtschaft im Februar wieder an Fahrt gewonnen. Die Ausfuhren legten um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das war der kräftigste Zuwachs seit acht Monaten.

Ein Großteil des im Januar erlittenen Einbruchs von 6,5 Prozent wurde damit wieder aufgeholt. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 4,4 Prozent gerechnet.

Insgesamt verkauften die Unternehmen im Februar Waren im Wert von 70 Milliarden Euro in andere Länder. Das waren 9,6 Prozent mehr als im Februar 2009 - und der stärkste Zuwachs seit April 2008 mit 13,1 Prozent. Allerdings waren die Exporte vor einem Jahr mit fast einem Viertel auch besonders kräftig eingebrochen. Überdurchschnittlich stiegen die Exporte außerhalb Europas: Hier gab es ein Plus von 13,7 Prozent, während die Ausfuhren in die anderen Euroländer nur um 5,3 Prozent kletterten.

Euro-Schwäche stützt Unternehmen

Bei den Importen gab es ebenfalls ein Plus: Die Einfuhren erhöhten sich binnen Jahresfrist um 4,2 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Januar legten sie um 0,2 Prozent zu. Auch hier hatten die Analysten schlechtere Werte erwartet.

Im Krisenjahr 2009 hatten die Exporteure mit rund 18 Prozent den schwersten Umsatzeinbruch seit Gründung der Bundesrepublik erlitten. In diesem Jahr peilt der Branchenverband BGA ein Plus von neun Prozent an, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat.

Auch der schwache Euro stützt die Exportwirtschaft, wie BGA-Präsident Anton Börner der "Rheinischen Post" sagte. "Für die Luft- und Raumfahrtindustrie, aber auch für die Export-Paradedisziplinen Maschinenbau und Kraftfahrzeuge ist die Euro-Schwäche Rückenwind." Grundsätzlich sei die Euro-Schwäche gut für die deutschen Exporte in den Dollarraum und in asiatische Länder, deren Währungen oft eng an den Dollar gekoppelt sind. Dennoch erwartet der Verband, dass das vor der Krise erreichte Exportniveau erst 2013 wieder erreicht werden kann.

Handelsbilanz

Vor allem wegen der gestiegenen Exporte hat auch der Überschuss der deutschen im Februar zum Vormonat deutlich zugelegt. Der Saldo betrug 12,6 Milliarden Euro, nach 8 Milliarden Euro im Vormonat.

yes/Reuters/dpa-afx