Bericht über geheime Pläne Möglicher Bruch mit Nissan lässt Renault-Aktie fallen

Der japanische Autohersteller Nissan treibt angeblich Pläne voran, die Partnerschaft mit Renault aufzukündigen. Anleger und Börsenexperten sind in Sorge.
Nissan-Autohaus in China: Will Nissan die Allianz mit Renault kappen?

Nissan-Autohaus in China: Will Nissan die Allianz mit Renault kappen?

Foto: STRINGER/CHINA/ REUTERS

Ein Zeitungsbericht über ein mögliches Ende der engen Zusammenarbeit mit dem japanischen Autohersteller Nissan hat den Wert der Renault-Aktien geschmälert. Sie gaben zum Wochenauftakt um bis zu vier Prozent nach und fielen auf ein Sechsjahrestief von rund 40 Euro. Damit waren sie der größte Verlierer im französischen Aktienindex.

Unter Berufung auf Insider berichtete die "Financial Times"  am Sonntag, Nissan treibe geheime Pläne für eine Auflösung der Allianz voran. Dabei gehe es unter anderem darum, eventuell die Kooperation bei Entwicklung und Fertigung zu beenden. Auch werde über Änderungen im Nissan-Aufsichtsrat nachgedacht.

Nissan habe diese Planungen seit der Flucht von Ex-Chef Carlos Ghosn aus Japan Ende Dezember beschleunigt, hieß es weiter. Renault war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Analysten halten Allianz für gescheitert

Anleger und Börsenexperten sehen die Entwicklung mit Sorge. "Wir glauben ernsthaft, dass die Beziehung (zwischen Renault und Nissan) und damit die Allianz gescheitert ist und wahrscheinlich nicht mehr gerettet werden kann", schrieben die Analysten Arndt Elinghorst und Chris McNally vom Analysehaus Evercore ISI.

Ghosn gilt als Begründer der Autoallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi. Er hatte sich kurz vor Silvester unter spektakulären Umständen aus Japan in den Libanon abgesetzt, wo er aufgewachsen war. Er steht in Japan wegen Untreue und finanziellen Fehlverhaltens beim japanischen Renault-Partner Nissan unter Anklage. Im vergangenen Frühjahr war er gegen eine Millionenkaution aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt worden.

Ghosn bestreitet jegliche Verfehlungen. Seit seiner Festnahme mehren sich Gerüchte, wonach die Autoallianz zerbrechen könnte.

kko/Reuters
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