Trotz Chipmangel Autobranche steigert Gewinne weltweit um 168 Prozent

Weil Halbleiter fehlen, können Fahrzeuge nicht gebaut werden – und dennoch machen Autobauer rund um die Welt enorme Profite. Bei den Margen liegen zwei deutsche Hersteller unter den globalen Top drei.
Zur Auslieferung bereitstehende Autos bei Volkswagen in Wolfsburg (im November 2021)

Zur Auslieferung bereitstehende Autos bei Volkswagen in Wolfsburg (im November 2021)

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Swen Pförtner / dpa

Mercedes-Benz, Toyota, Volkswagen und andere internationale Autohersteller haben ungeachtet der Chipkrise im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient. Der operative Gewinn der weltweit 16 größten Autokonzerne kletterte im Jahresvergleich um 168 Prozent auf insgesamt rund 134 Milliarden Euro, wie die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY ermittelte.

»Die Top-Autokonzerne haben die Halbleiterkrise im vergangenen Jahr insgesamt bemerkenswert gut gemanagt«, resümierte der EY-Experte für den Mobilitätsbereich in Westeuropa, Constantin Gall, »der Absatz war zwar bei vielen Unternehmen rückläufig, die Gewinnsituation hat sich hingegen teils hervorragend entwickelt.«

Der Versorgungsengpass bei Halbleitern und anderen elektronischen Bauteilen hat branchenweit zu Einschränkungen in der Produktion geführt, und eine rasche Besserung ist nicht in Sicht. Gall zufolge hat sich die Strategie, die knappen Chips vor allem in vergleichsweise teure Autos einzubauen und gleichzeitig Rabatte einzuschränken, für die Hersteller ausgezahlt. »Die Margen lagen 2021 auf Rekordniveau«, sagte der Experte mit Blick auf das Verhältnis von Gewinn zu Umsatz.

Bei der Gewinnmarge schnitt demnach der US-Elektroautobauer Tesla im Vergleich der Branchenriesen am besten ab. Er erzielte demnach einen Wert von 12,1 Prozent und lag damit knapp vor BMW und Mercedes-Benz, die jeweils zwölf Prozent erreichten.

Die Chipkrise habe insbesondere die deutschen Hersteller getroffen, deren Absatz um vier Prozent gesunken sei. Konkurrenten aus Japan legten hingegen um fünf Prozent zu, aus Südkorea sogar um sieben Prozent. Die Branche kämpfe auch in diesem Jahr mit Problemen, sagte EY-Partner Peter Fuß. »Zum einen hemmt der Mangel an Halbleitern und anderen Vorprodukten und Rohstoffen die Produktion. Zum anderen stellt auch der Krieg in der Ukraine eine enorme Belastung für die Branche dar.«

Prognosen für dieses Jahr seien angesichts dieser Unsicherheiten kaum möglich. Die Branche fahre auf Sicht, »und die Neuwagenpreise werden eher steigen als fallen«, sagte Fuß.

fdi/dpa
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