Autobauer wieder profitabel Opel steigert Absatz um mehr als ein Drittel

Renaissance trotz Existenzkrise: Opel hat bis Ende Oktober 34,5 Prozent mehr Autos in Deutschland verkauft als im Vorjahreszeitraum. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Angesichts der deutlichen Umsatzsteigerung ist der angeschlagene Autobauer auf dem Heimatmarkt wieder profitabel.

Logos von Opel und General Motors: GM-Europachef Nick Reilly bleibt
ddp

Logos von Opel und General Motors: GM-Europachef Nick Reilly bleibt


Berlin - Opel scheint ein gutes Argument für seine Rettung nachzuliefern: Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" wird der angeschlagene Autobauer in Deutschland 2009 erstmals wieder Geld verdienen. Die Tochter des US-Autoherstellers General Motors (GM) habe auf dem Heimatmarkt bis Ende Oktober 298.630 Autos verkauft und damit beim Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34,5 Prozent zugelegt.

Opel liege damit vor Volkswagen und Ford. Der Wolfsburger Konzern hatte den Absatz im Inland in den ersten zehn Monaten im Vergleich zu 2008 um 33,6 Prozent gesteigert, Ford um rund 28 Prozent. Alle drei Autobauer hätten besonders von der Abwrackprämie profitiert, Opel zusätzlich von der guten Nachfrage des Insignia.

Zudem soll der Europa-Chef von GM, Nick Reilly, der nur als Übergangskandidat an der Spitze von Opel galt, dauerhaft Chef des Autobauers in Rüsselsheim werden. Reilly sei gefragt worden, ob er längerfristig die Position des Chefs von Opel und Vauxhall übernehmen wolle und habe zugesagt, zitierte die Zeitung aus Unternehmenskreisen.

Fraktionsvize der Union gegen Staatshilfe

Den Posten habe er als "spannende Aufgabe und Herausforderung" bezeichnet. Reilly will Opel offenbar mehr Selbstständigkeit gewähren, als GM das getan hat. So soll der Hersteller nach Informationen der "Welt" künftig auch Autos außerhalb Europas verkaufen dürfen. Attraktiv seien Märkte wie Russland, China oder Afrika. In der vergangenen Woche war überraschend GM-Chef Fritz Henderson zurückgetreten. Sein vorläufiger Nachfolger wurde der Vorsitzende des GM-Verwaltungsrats, Ed Whitacre.

Offen ist jedoch noch immer, ob GM staatliche Unterstützung zur Sanierung von Opel bekommt. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich dazu bereits mehrfach kritisch geäußert. Auch in der Unionsfraktion nimmt die Kritik immer mehr zu. Jetzt sprach sich auch Vize-Fraktionschef Michael Fuchs in der "Rheinischen Post" gegen solche Hilfen aus. "Wir haben klare Kriterien für die Inanspruchnahme von Geldern aus dem Deutschlandfonds vereinbart."

Eine zentrale Bedingung sei, dass das Hilfe suchende Unternehmen vor dem 1. Juli 2008 gesund und mit einer langfristigen Perspektive versehen war. "Das sehe ich bei GM/Opel nicht", sagte Fuchs. Dagegen erwartet GM weiter Hilfen der Bundesregierung.

böl/ddp/Dow Jones/AFP

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mr green 03.11.2009
1.
was soll man sagen?das ganze ist so irrwitzig und abstrakt, dass einem schlicht die worte fehlen...dumm gelaufen....wär fast eine lustige parodie, wenn es dabei nicht um menschen gehen würde. aber rational gesehen, handhaben wir ja zwischenzeitlich alles systemisch...von demher: naiv ist der, der sich noch über irgendetwas wundert!
Haio Forler 03.11.2009
2.
Zitat von sysopGeneral Motors will Opel jetzt doch behalten - und lässt den Deal mit Magna platzen. Wie blamiert ist die deutsche Politik nach dem Hin und her?
Kann nicht Quelle mal langsam Opel übernehmen? Oder Ravensburger? Ich kann das widerlich-langweilige Thema langsam nicht mehr hören. Macht mit Opel, was ihr wollt. Nur lasst uns langsam in Ruhe mit dem Gähnfaktor. Wer kauft schon einen Astra.
erben2 04.11.2009
3. Blamage??
Zitat von sysopGeneral Motors will Opel jetzt doch behalten - und lässt den Deal mit Magna platzen. Wie blamiert ist die deutsche Politik nach dem Hin und her?
Blamiert? Wieso? Die Herren Koch, Rüttgers und zu Gutenberg haben sich schon vorher der Lächerlichkeit preis gegeben. Herr Rüttgers flog in den USA um für die Arbeiter in Bochum zu kämpfen. Herr zu Gutenberg stand als bestangezogener Politiker Deutschlands in New York und war kurz davor den Ackemann zu machen (Victory) und Herr Koch gab uns schon vor Monaten den Schwätzer. Es geht nicht um die Blamage der deutschen Politik, dazu braucht man auch keine Opel-Krise. Es geht um Tausende Menschen, die sich von der Geschwätzigkeit, der Eitelkeit und der Unehrlichkeit der meisten Beteiligten haben veralbern lassen. Es geht um Arbeiter und Angestellte in den Fabriken, denen in deutscher Sprache das Hemd ausgezogen wurde und die jetzt zu hören bekommen, dass die Manager bei GM schuld sind. Die Krise und Wahlkampf - eine schlimme Kombination.
smokeonit 04.11.2009
4. richtig
richtige Entscheidung! nur unter GM hat Opel eine Chance zu überleben!
Philip Marlowe 04.11.2009
5. Die deutsche Politik
hat nur einmal mehr ihre Realitätsverweigerung bewiesen. Spätestens seit der de facto Verstaatlicheung von General Motors steht der Konzern nicht mehr finanziell mit dem Rücken zur Wand und der (Not-)Verkauf eines der produktivsten Unternehmensteile ist unternehmerischer Widersinn geworden. In Detroit konnte man sich beruhigt zurücklehnen und abwarten, wieviele Milliarden die Deutschen bis zur Bundestagswahl noch lockermachen. Und jetzt sagt man den Schwachsinn mit Magna und der quasi-staatlichen russischen Bank eben wieder ab. That's life...
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