Krisenbranche Bundesregierung lädt zum Autogipfel

Wie weiter für die deutsche Autoindustrie? Das will die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen in Kürze mit der Branche diskutieren - und damit trotz GroKo-Krise Handlungsfähigkeit demonstrieren.

Blick aufs Bundeskanzleramt
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Die Bundesregierung lädt die führenden Köpfe der deutschen Autoindustrie zum Gipfel ins Kanzleramt. Nach SPIEGEL-Informationen soll das Treffen am Abend des 24. Juni stattfinden. Teilnehmen sollen auf jeden Fall die Vorstandschefs von Volkswagen, Herbert Diess, und BMW, Harald Krüger. Auch die Chefs der Autozulieferer Bosch, Continental und Schäffler werden erwartet.

Offiziell vermeidet das Kanzleramt den Begriff "Gipfel" für das Spitzentreffen, bei dem es um die Zukunft der deutschen Autoindustrie geht. Man spricht von einer "konzertierten Aktion Mobilität". Dabei zeichnet sich ab, dass die Große Koalition dieses Thema als eines identifiziert hat, mit dem sie ihre eigene Handlungsfähigkeit trotz der Krise in beiden Parteien demonstrieren will. Verabredet worden war es ursprünglich beim letzten Koalitionsgipfel im Mai. Damals war bei der SPD noch die Ex-Parteivorsitzende Andrea Nahles federführend.

Zwei Themenblöcke will die Kanzlerin gemeinsam mit ihren Kabinettskollegen Andreas Scheuer (Verkehr), Peter Altmaier (Wirtschaft), und Svenja Schulze (Umwelt) sowie Gewerkschaftern und Forschern besprechen. In dem einen dreht es sich um "Technologische Herausforderungen", mit denen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland gesichert werden soll. So heißt es in der Einladung des Branchenverbands VDA an seine Mitglieder zum Treffen, die dem SPIEGEL vorliegt. Neben dem Antrieb der Zukunft soll es auch um die Frage einer CO2-Bepreisung und um die Lade-Infrastruktur für Elektroautos gehen.

Der zweite Themenblock steht im Zeichen der Auswirkungen, die der Umbruch in der Autoindustrie auf die Beschäftigten hat. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann wird ihn leiten und darüber diskutieren, wie mit Aus- und Weiterbildung der Standort für die Arbeitnehmer der Autoindustrie gesichert werden kann. Dort soll es auch um "Transformationskurzarbeitergeld" gehen. Das neue Instrument ist unter anderem für Mitarbeiter gedacht, die bislang Getriebe oder Verbrennungsmotoren entwickeln und bauen und die sich künftig in der elektrischen Antriebswelt neu orientieren müssen.

Die Autoindustrie erhofft von der Bundesregierung Unterstützung bei ihrer Transformation hin zu Elektroautos. Dazu zählen könnten unter anderem ein dichtes Netz an Ladesäulen, staatliche Kaufanreize, eine CO2-Bepreisung für Diesel und Benzin sowie möglicherweise auch höhere Umweltprämien für den Kauf von Elektroautos und eine Strafzahlung, die beim Kauf von spritfressenden Autos zu entrichten wäre.

insgesamt 17 Beiträge
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Nonvaio01 11.06.2019
1. kann mir vorstellen wie das ablaeuft
ein party wo sich alle feiern weil der kaeufer fuer alle updates aufkommen musste. Dazu dann noch weitere bremsen fuer E-Autos.
siryanow 11.06.2019
2. Autoindustrie und ihre Politiker
Raten wir mal was dabei rauskommt: Null oder Nichts , eventuell beides. Sie fuehlen sich da genoetigt 'n biss Showbizz fuer die Kameras zu produzieren. Wenn die Autoindustrie soviel Politiker/Lobbyisten Posten verschafft, erbärmlich. Wir muessen rein in die Westen, raus und diese Leute zum Teufel jagen.
ddcoe 11.06.2019
3. Das wird teuer
Aber die Wackeldackel Scheuer und Altmaier werden mangels eigener Ideen alles brav abnicken, was die Autobauer fördern. Aber warum eigentlich? Denken wir an die gesparten Mrd für die nicht stattfindende Nachrüstung von ilkegalem Diesel Schrott, dann haben die Autobauer wahrlich Geld genug.
In-Golf 11.06.2019
4. BMW baute nun "Mexiko" aus.
VW, Audi und Daimler haben ebenfalls die Nase voll von Deutschland. Übrigens: die CO²-Hysterie und die Treibhaus-Katastrophe fällt aus. CO² ist Pflanzennahrung und ohne Treibhauseffekt würde es auf der Erde nachts um minus 270°C kalt werden. Tagsüber wäre dann die Erdoberfläche durch die direkte Sonneneinstrahlung nur noch eine Wüste. Aber es gilt die Weltschau der Schwachsinnigen und Schulschwänzer. Mit den Zurückgeblieben lässt sich kein Staat machen. Das hat schon die DDR erlebt.
ulrich.schlagwein 11.06.2019
5. Ergebnis ist zu erwarten
Nach den bereits heute gezeigten Statistiken weiter Sicherung der ungleichen Gehaelter, Abbau von Arbeitsplaetzen, CO Bilanz fuer batteriebetriebene Fahrzeuge schoenen, saemtliche "Mehrkosten", sei es Praemien, Steuerverguenstigungen, vorzeitige Ruhetaende, Reduzierung der MWST bei Fahrzeug - Kauf (es ruft der Moevenpick) auf Kosten der Steuerzahler, Soli an KFZ - Hersteller umleiten? Um danach festzustellen, dass Steuerzahler und "Endkunden" erst viel spaeter neue Fahrzeuge kaufen werden. Zur Steuervermeidung Milliarden Rueckstellungen zur Gewinnverringerung in der Zukunft? Die Berliner Umverteilungsgemeinschaft wirds schon richten.
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