Autoindustrie Renault will Fusion mit Fiat Chrysler zustimmen

Eine Konzern-Ehe von Fiat Chrysler und Renault ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg wollen die Franzosen die Fusion schon in der kommenden Woche absegnen.

Fiat-Zentrale in Turin: Zunächst ohne Mitsubishi
MARCO BERTORELLO / AFP

Fiat-Zentrale in Turin: Zunächst ohne Mitsubishi


Der französische Autobauer Renault will der Fusion mit dem Rivalen Fiat Chrysler Kreisen zufolge bereits in der kommenden Woche zustimmen. Der Verwaltungsrat von Renault werde für die Entscheidung zusammenkommen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Durch den von Fiat Chrysler am Montag vorgeschlagenen Zusammenschluss würde der drittgrößte Autohersteller der Welt entstehen.

Renaults Verwaltungsratsvorsitzender Jean-Dominique Senard soll den Insidern zufolge den fusionierten Konzern führen. Die Gründe für ein Zusammengehen wolle er den Renault-Partnern Nissan und Mitsubishi am Mittwochmorgen bei einem regulären Treffen der bestehenden Auto-Allianz in Japan erläutern. Eine Fusion mit Nissan sei zwar im Zuge eines Zusammengehens mit Fiat Chrysler nicht geplant. Allerdings wolle man die Japaner möglicherweise dazu einladen, die Kräfte der Unternehmen zu bündeln.

Schwierige Bedingungen

Nach der Verhaftung des damaligen Renault-Verwaltungsratsvorsitzenden und Chefs von Renault-Nissan-Mitsubishi Carlos Ghosn wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Japan war das französisch-japanische Autobündnis in eine Krise geraten. Fiat Chrysler muss sich nach dem frühen Tod seines langjährigen Chefs Sergio Marchionne neu sortieren.

Jetzt versuchen sie es zunächst ohne die japanischen Partner. Fiat Chrysler schlug vor, dass beide Unternehmensgruppen je die Hälfte an der neuen Gesellschaft halten. Durch die Fusion erhoffen sich die Konzerne jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Euro. Gemeinsam kämen sie auf 8,7 Millionen Fahrzeuge im Jahr.

Zusammen mit den Japanern würden die Einsparungen um eine weitere Milliarde Euro steigen. Insgesamt kämen FCA, Renault, Nissan und Mitsubishi auf mehr als 15 Millionen Fahrzeuge. Damit würden sie Volkswagen und Toyota mit zuletzt jeweils gut zehn Millionen Fahrzeugen klar überholen.

mik/dpa-AFX



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