Autokrise BMW investiert eine Milliarde Euro in deutsche Werke

Es ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort Deutschland: Der Münchner Autobauer BMW will in diesem und im kommenden Jahr eine Milliarde Euro in die deutschen Werke investieren - Gerüchte über Verkleinerungen oder Schließungen weist der Produktionschef des Konzerns zurück.

BMW-Werk in Leipzig: Vorstand bekennt sich zum Standort Deutschland
ddp

BMW-Werk in Leipzig: Vorstand bekennt sich zum Standort Deutschland


Passau - Viel zu lachen hatten die BMW-Mitarbeiter in den vergangenen Monaten nicht: Kurzarbeit nach Verkaufseinbrüchen bei den Verlaufszahlen, der überraschende Ausstieg aus der Formel 1 und die bange Frage, wie der Autohersteller mit seiner Größe die Herausforderungen der Zukunft ohne Partner schaffen will, hatten viele verunsichert.

Die Unwägbarkeiten bleiben, doch der BMW-Vorstand blickt trotzdem nach vorn. Eine Milliarde Euro soll in diesem und im Laufe des kommenden Jahres in den Ausbau der deutschen Werke fließen. "Ein deutlicheres und klareres Bekenntnis kann man im Moment nicht machen", sagte BMW-Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt der "Passauer Neuen Presse". Gerüchte, wonach BMW plane, das Werk Dingolfing zu verkleinern oder gar aufzugeben, wies Arndt als "Unsinn" zurück. Die bayerischen Werke seien unverzichtbar und würden auch in Zukunft einen maßgeblichen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten.

Dingolfing sei zwar doppelt getroffen worden, weil der Volumenrückgang vor den anstehenden Modellwechseln durch die Wirtschaftskrise für diesen Standort noch verstärkt wurde. Dem werde aber mit den Vorbereitungen für den neuen 5er Grand Tourismo und den neuen BMW 5er entgegengewirkt. Er rechne daher damit, dass wir "hier bis zum Jahresende noch Lebenszyklus-bedingt schwierige Zeiten haben werden, es dann aber im Laufe 2010 deutlich besser wird und wir dann nachhaltig aus der Kurzarbeit herausgehen".

Zugleich räumte Arndt, der selbst einmal das Werk Dingolfing geleitetet hat, allerdings Zweifel ein, dass "es an den bayerischen Standorten noch sehr großes Wachstum geben kann. Wachstum wird in erster Linie außerhalb Europas stattfinden, in Amerika und Asien."

Noch allerdings hinkt BMW auf dem US-Markt seinen direkten Konkurrenten hinterher. Trotz eines leichten Wachstums im August verzeichneten die Münchener erneut einen kräftigen Absatzrückgang um 21,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mercedes konnte dagegen seine Verkaufsverluste spürbar auf Minus 7,5 Prozent reduzieren, Porsches Auslieferungen stiegen sogar wieder um neun Prozent. Volkswagen-Tochter Audi konnte sogar um 26 Prozent zulegen.

mik/ddp/Reuters/dpa-AFX



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DeeDeeBee 29.07.2009
1.
Zitat von sysopBMW zieht sich aus Kosten- und Strategiegründen aus der Formel 1 zurück. Ist dieser Schritt vernünftig oder feige? Macht Motorsport in Zeiten der Wirtschaftskrise noch einen Sinn? Oder hat BMW die Brocken wegen mangelnder Erfolge hingeworfen? Wie reagiert die Konkurrenz?
Aus Kosten - u. Strategiegründen... Klar. Jeden Tag tanzen in diesem Sterilunternehmen maximal desinfizierte Klon - Yuppies um das nächste goldene Kalb, sei es, in Designfragen, im Bereich Kundenfindung - Kundenbindung und immer noch werden zu schwere Autos entweder mit zu kleinen Motoren - 116i - oder zu schwere Autos mit zu großen Motoren - X6M - dafür aber vielen elektronischen Helferlein auf die Straße gebracht. Der Autobauer, der überhaupt die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat, im Münchner Tempel setzen die Oldtimer die Glanzlichter, dynamic efficiency ist für Leute gemacht, die nicht Auto fahren können, oder wollen. Das ist die Klientel von BMW heute, die möchten sie als Kunden haben und als Mitarbeiter. Werfen hunderte von Millionen! in Werbung, die vermitteln soll "Wir bauen Zeitmaschinen, Kunstwerke u.s.w..." bloß keine Autos. Dann nehmen sie an der Werbeveranstaltung teil, bei der man Leistung zeigen muß - Formel 1 - und versagen. Versagen, wie Honda und wohl auch wie Toyota. Damit ein genialer Teamchef vielleicht das Team übernehmen kann, einen Mercedes - Motor einbaut und Rennen gewinnt?;o) Nein, Verlierer raus aus der F1. Gebt Eure 200 Mio im Jahr den Werbern, damit Ihr eins besser vertuschen könnt: Ihr habt´s nicht drauf mit Autos, mit Rennwagen schon gar nicht, ihr vermittelt nur noch Lebensgefühl, welches dem Zeitgeist vom gehobenen Reihenhausbesitzerfamilienchen entspricht. Genau so flüchtig, wie die Festschreibung des Bankzinses desselben... Aber ihr habt ja `ne eigene Leasingbank. Wird schon gutgehen. Diese Klientel interessiert sich nicht für Autos. Schon gar nicht für Rennwagen. Verlierer seid Ihr trotzdem.
Prof. Dr. Fritz Knobel 29.07.2009
2. Super!
Ein richtiger und zeitgemäßer Schritt. F1 ist eine völlig sinnlose Ressourcenverschwendung. Hoffentlich steigen auch alle anderen aus. Ich wäre auch generell für ein Verbot von Motorsport. Was soll der CO2-Schleuder in unserer Zeit?
Christian B. 29.07.2009
3.
Was für ein sinnfreier Kommentar. BMW hatte sich stetig weiterentwickelt und war letzte Saison auf dem Weg sich als dritte Kraft hinter Mercedes und Ferrari fest zu etablieren. BMW wurde von dem Regelwirrwarr genauso getroffen wie Ferrari oder Mercedes - leider konnten sie bisher noch nicht aufschliessen. Das ist überhaupt kein Vergleich zu Toyota oder Honda, die nie wirklich konkurrenzfähig waren. Ich dachte man würde die aktuelle Saison abhaken und sich auf die neue Saison konzentrieren - allerdings ist ein Rennteam, das nach einer verkorksten Saison aufgibt, auch leider fehl am Platz. Manchmal baut man halt ein Gurkenauto, da hilft nur abhaken und weitermachen.
Carguy 29.07.2009
4. Vernünftig
Zitat von sysopBMW zieht sich aus Kosten- und Strategiegründen aus der Formel 1 zurück. Ist dieser Schritt vernünftig oder feige? Macht Motorsport in Zeiten der Wirtschaftskrise noch einen Sinn? Oder hat BMW die Brocken wegen mangelnder Erfolge hingeworfen? Wie reagiert die Konkurrenz?
Wie die Konkurrenz reagiert ist unerheblich. Die Entscheidung ist zwar irgendwo bedauerlich, insgesamt aber sicher vernünftig. Die Formel 1 hat sich in den letzten Jahren völlig fehl entwickelt. Zuviele Regeländerungen, zu teuer, zu intransparent im Management. Der Erfolg hängt zuweilen nur von einer Person ab, dem Konstrukteur oder Windkanaltechniker, wie eben jüngst beim recht erfolgreichen Sprudelhersteller Red Bull. Man kann auch auf andere Weise zeigen, dass man hervorragende Autos baut. Formel 1 und normaler Automobilbau sind zu weit auseinander. Der extreme Aufwand steht in keinem Verhältnis zum technischen Ertrag, Marketingaspekte mal außer acht gelassen. BMW wird das bisher eingesetzt Geld gut brauchen können, um die Motorenentwicklung hin zu mehr Ökologie weiter voran zu bringen. Da sind sie zwar schon Spitze, aber das kann noch besser werden.
Pinarello, 29.07.2009
5.
Zitat von sysopBMW zieht sich aus Kosten- und Strategiegründen aus der Formel 1 zurück. Ist dieser Schritt vernünftig oder feige? Macht Motorsport in Zeiten der Wirtschaftskrise noch einen Sinn? Oder hat BMW die Brocken wegen mangelnder Erfolge hingeworfen? Wie reagiert die Konkurrenz?
Kosten- und Strategiegründe sind wohl ein guter Witz und lediglich Vorwand, von der völlig desolaten Leistung dieses Jahres abzulenken, man schafft ja nicht mal mehr einen einstelligen Platz im Klassement und kämpft mit Fahrzeugen von Minirennställen, die wohlnicht mal einen Bruchteil des BMW-Etats zur Verfügung haben. Man hätte zumindest soviel Rückgrat zeigen müssen sich erst zurückzuziehen,wenn man auch ganz vorne mit dabei ist, in der jetzigen Situation sieht es lediglich wie ein feiges davon machen aus, blamabel bis zum geht nicht mehr. BMW hört auf, weil man einfach nicht mithalten kann, so ist die Realität.
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