Studie Automobilbranche wächst kaum noch - Exporte gehen zurück

Auch die deutsche Automobilindustrie spürt die Auswirkungen der globalen Handelskonflikte. Im vergangenen Jahr hat sich das Wachstum deutlich eingetrübt, die Exporte bei den Herstellern gingen sogar leicht zurück.

Autos vor dem Export
DPA

Autos vor dem Export


Die Automobilindustrie in Deutschland ist im vergangenen Jahr kaum noch gewachsen. Das geht aus einer Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) hervor. Demnach erwirtschaftete die Autobranche hierzulande 2018 einen Umsatz von knapp 425 Milliarden Euro, ein Plus von 0,4 Prozent.

Maßgeblich für das geringe Wachstum dürfte der Handelsstreit zwischen den USA und China gewesen sein. Er hatte die Autokonjunktur weltweit geschwächt.

Dem statistischen Bundesamt zufolge sind auch die Zulieferer betroffen: Die Exporte von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen schrumpften 2018 um 2,3 Prozent auf knapp 230 Milliarden Euro. Das sei der stärkste Rückgang seit dem Krisenjahr 2009. Während die Ausfuhren der Teile im ersten Halbjahr noch leicht zulegten, verringerten sie sich in der zweiten Jahreshälfte um knapp sieben Prozent.

Am wichtigsten Exportmarkt USA verkauften die deutschen Autobauer und Zulieferer demnach fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Am größten europäischen Exportmarkt Großbritannien brachen die Ausfuhren um zehn Prozent ein, das stärkste Minus von 25 Prozent verzeichnete der Zielmarkt Türkei. Wachstumstreiber blieb unterdessen China mit einem Plus von 14 Prozent.

Hersteller und Zulieferer hätten aber trotzdem Tausende neue Mitarbeiter eingestellt, die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie sei im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf insgesamt 834.000 gestiegen. Sie liegt damit auf einem Rekordniveau.

Laut EY beruht das Beschäftigungswachstum allerdings auf Sondereffekten und ist deshalb nicht nachhaltig. "Die Umrüstung vieler Fabriken auf die Elektromobilität führte zu einem erhöhten Personalbedarf, der aber nur vorübergehend sein dürfte", hieß es.

fek/dpa/AFP/Reuters



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