Medienkonzern US-Investor KKR bekommt mehr als 20 Prozent der Springer-Aktien

KKR hatte im Juni sein Übernahmeangebot für den Springer-Verlag vorgelegt. Nun hat der US-Finanzinvestor die nötige Anzahl Aktien erworben.

DPA

Der US-Finanzinvestor KKR kann beim Berliner Medienkonzern Axel Springer einsteigen. Mehr als 20 Prozent der Springer-Aktionäre hätten das Übernahmeangebot von KKR fristgerecht bis zum vergangenen Freitag angenommen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das hatte KKR zur Bedingung für seinen Einstieg gemacht.

Springer und KKR wollen eine strategische Partnerschaft eingehen. Knapp 45 Prozent der Springer-Aktien sind im Streubesitz. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und der Vorstandsvorsitzende, Mathias Döpfner, haben mit KKR vereinbart, dass sie ihre Beteiligungen behalten.

Friede Springer kontrolliert 42,6 Prozent der Anteile, Döpfner hält 2,8 Prozent. Zusammen mit KKR kommen sie nun auf fast 70 Prozent an Axel Springer. Die Springer-Enkel Ariane und Axel Sven Springer halten zusammen rund 10 Prozent.

Döpfner: "Wachstums- und Innovationsstrategie beschleunigen"

"Dies ist ein wichtiger Meilenstein für unsere geplante strategische Partnerschaft mit KKR", sagte Döpfner. "Wir werden so zusätzliche Chancen nutzen können und unsere Wachstums- und Innovationsstrategie beschleunigen." Die übrigen Aktionäre bekommen nun weitere 14 Tage Zeit, KKR ihre Aktien zu je 63 Euro anzudienen.

Der geplante Einstieg des US-Investors bei dem deutschen Medienhaus ist vorerst auf fünf Jahre angelegt. Im Schnitt dauern die Engagements des Investors bei Unternehmen einer KKR-Sprecherin zufolge fünf bis sieben Jahre. Kartell- und Medienbehörden müssen dem Einstieg von KKR bei Springer noch zustimmen.

KKR hat bereits Erfahrung im deutschen Mediensektor. Von 2006 bis 2013 war der Investor an der Fernsehsenderkette ProSiebenSat.1 beteiligt und stieg mit Gewinn wieder aus. Zusammen mit dem Medienmanager Fred Kogel baut KKR seit Anfang des Jahres zudem rund um Tele München eine unabhängige Fernseh- und Film-Produktions- und Vertriebsfirma in Deutschland auf.

kko/dpa/Reuters



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