Strategische Beteiligung Axel Springer bestätigt Gespräche mit US-Investor

Der amerikanische Finanzinvestor KKR verhandelt über einen milliardenschweren Einstieg bei Axel Springer. Ziel könnte offenbar der Rückzug des Berliner Medienkonzerns von der Börse sein.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE

Foto: Britta Pedersen/ DPA

Der Konzern Axel Springer hat am Mittwochabend Gespräche mit dem US-Investor KKR über eine strategische Beteiligung bestätigt. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet: Nach dem derzeitigen Stand der Verhandlungen wolle KKR allen Aktionären mit Ausnahme von Friede Springer und Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner ihre Anteile abkaufen. KKR prüfe, das Unternehmen nach einer Übernahme von der Börse zu nehmen, heißt es in dem Bloomberg-Bericht.

Ob es zu den beschriebenen Schritten und "anschließenden gesellschaftsrechtlichen Strukturmaßnahmen" komme, sei aus Sicht des Vorstands derzeit aber noch offen, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. "Insbesondere ist die rechtliche, steuerliche und finanzielle Machbarkeit noch im Einzelnen zu prüfen."

Axel Springer   ist an der Börse etwa 4,9 Milliarden Euro wert. Die Witwe des Verlegers Axel Springer und ihr langjähriger Vertrauter Döpfner halten zusammen 45,4 Prozent am Konzern und wollen ihre Anteile behalten. Die übrigen Anteile, die an KKR gehen könnten, sind an der Börse 2,66 Milliarden Euro wert.

Die Familie von Axel Springer hält eine Mehrheit an dem börsennotierten Konzern. Was Springers Enkel Axel Sven und Ariane Melanie mit ihren Anteilspaketen von zusammen 9,8 Prozent vorhaben, teilte das Unternehmen nicht mit.

Verlegerin Friede Springer bei einer Preisverleihung in Berlin

Verlegerin Friede Springer bei einer Preisverleihung in Berlin

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Anleger hatten euphorisch auf den Bloomberg-Bericht reagiert: Der Aktienkurs von Springer war im späten Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate um knapp 16 Prozent zum Schlusskurs im Xetra-Handel hochgesprungen. Die Mitteilung des Unternehmens sorgte dann nicht mehr für eine spürbare Bewegung des Kurses.

Während Bloomberg von Verhandlungen mit allen Anteilseignern der Familie berichtet hatte, tauchte in der Unternehmensmitteilung nur der Name Friede Springer auf. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte auf Anfrage, dass die Verhandlungen ohne die übrigen Familienmitglieder geführt würden.

Springer versucht, mit Online-Nachrichtenangeboten die schwächelnde Entwicklung bei Printmedien auszugleichen. Der Bereich mit Produkten wie Business Insider und dem Jobportal Stepstone erwirtschaftete im vergangenen Jahr bereits 71 Prozent der Umsätze.

KKR hat bereits Erfahrung im deutschen Mediensektor. Von 2006 bis 2013 war die Beteiligungsfirma an der Fernsehsender-Kette ProSiebenSat.1 beteiligt und stieg mit Gewinn wieder aus. Zusammen mit dem Medienmanager Fred Kogel baut KKR seit Anfang des Jahres zudem rund um Tele München eine unabhängige Fernseh- und Film-Produktions- und Vertriebsfirma in Deutschland auf.

aar/dpa/Reuters
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