Zukunftspläne beim Axel-Springer-Verlag "Wir bleiben ein journalistisches Haus"

Nach dem Einstieg der Investmentfirma KKR bei Axel Springer droht ein harter Sparkurs. In einem Interview wurde Vorstandsvorsitzender Döpfner nun konkreter. Zu einer Zeitung wolle man sich aber ausdrücklich bekennen.

Mathias Döpfner, seit 17 Jahren im Vorstand der Axel Springer SE: "Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen."
Bernd von Jutrczenka / DPA

Mathias Döpfner, seit 17 Jahren im Vorstand der Axel Springer SE: "Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen."


Vor Kurzem hat der Axel-Springer-Verlag einer seiner größten Veränderungen zugestimmt: Die Investmentfirma Kohlberg Kravis Roberts (KKR) aus den USA ist nun als größter Anteilseigner in das Medienunternehmen eingestiegen und will es von der Börse nehmen. In einem Schreiben an die Mitarbeiter kündigte Springer nun Umbau- und Kostenmaßnahmen an "in den Bereichen, die nicht wachsen". Auch die betriebliche Altersvorsorge für Beschäftigte soll gekappt werden.

Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner dazu: "Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen." Das betreffe die "Welt" und die "Bild"-Zeitung, sowie die Druckereien und Zeitschriften. Döpfner sagte: "Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen." Er zielte damit auf eine Verschlankung der teils großen Chefredaktionen ab.

In Summe würden Arbeitsplätze aber aufgebaut. Insgesamt seien heute immerhin mehr Menschen bei Springer als vor 15 Jahren. Döpfner selbst ist seit 17 Jahren im Vorstand des Unternehmens.

In den Unterlagen zum Einstieg der KKR wird die Zeitung "Welt" ausdrücklich erwähnt. Das sei nicht negativ gemeint, sagte Döpfner nun im Gespräch: "Zur Welt wollten wir uns aber besonders ausdrücklich bekennen. Auch wenn sie nicht zur Steigerung der Durchschnittsrendite des Hauses beiträgt, ist sie ein essenzieller Teil von Axel Springer."

KKR will Springer "langfristig begleiten"

Auf die Frage nach der Zukunft des Unternehmens antwortete Erbin Friede Springer: "Wir bleiben ein journalistisches Haus". Döpfner träumt davon, als Digitalkonzern weltweit Marktführer zu werden, mit den digitalen journalistischen Marken und den digitalen Rubrikenmärkten als zwei Standbeinen. KKR-Europachef Johanns Huth sagte, seine Firma werde Springer "langfristig begleiten".

Springer versucht, mit Online-Nachrichtenangeboten die schwächelnde Entwicklung bei Printmedien auszugleichen. Der Bereich mit Produkten wie Business Insider und dem Jobportal Stepstone erwirtschaftete im vergangenen Jahr bereits 71 Prozent der Umsätze.

KKR hat bereits Erfahrung im deutschen Mediensektor. Von 2006 bis 2013 war die Beteiligungsfirma an der Fernsehsender-Kette ProSiebenSat1 beteiligt und stieg mit Gewinn wieder aus. Zusammen mit dem Medienmanager Fred Kogel baut KKR seit Anfang des Jahres zudem rund um Tele München eine unabhängige Fernseh- und Film-Produktions- und Vertriebsfirma in Deutschland auf.

mfh



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