Engpässe Auch Danone erhöht Lieferungen von Babynahrung in die USA
Leere Regale in einem Supermarkt in Maryland: Eltern in Panik
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Das Unternehmen tue sein Bestes, um die Verfügbarkeit seiner beiden Marken für gewöhnliche und spezielle Säuglingsmilch zu erhöhen, sagte eine Danone-Sprecherin in Paris. Besonders im Blick habe man Produkte für Babys mit Allergien, hieß es. »Daher war es seit dem Auftreten der Engpässe im Februar unsere oberste Priorität, die Produktion und Versorgung mit diesen speziellen Säuglingsmilchnahrungen zu erhöhen, um den Bedürfnissen der am stärksten gefährdeten Babys gerecht zu werden.«
In den vergangenen Wochen hatte es in einigen Regionen der USA Lieferschwierigkeiten bei Babymilch gegeben. Die Lieferketten waren zunächst wegen eines Mangels an Arbeitskräften durch die Coronapandemie beeinträchtigt, auch Verpackungen waren knapp. Im Februar musste dann zudem das Unternehmen Abbot – Marktführer im US-Babymilchgeschäft – seine größte Fabrik vorübergehend schließen, weil es Hinweise auf Verunreinigungen gab.
Hersteller sollen bevorzugt beliefert werden
Grund für die Schließung war zunächst der Tod von zwei Babys. Der Verdacht, dass die Todesfälle auf belastete Babymilch zurückzuführen sind, erhärtete sich zwar nicht. Die US-Arzneimittelbehörde (FDA) entdeckte aber Unregelmäßigkeiten, woraufhin die Fabrik geschlossen blieb. Angesichts leerer Regale suchten in den USA zuletzt zahlreiche Eltern verzweifelt nach Nahrung für ihre Kinder.
Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde zwar inzwischen wieder aufgenommen, doch die Nachfrage ist nach wie vor riesig. Die FDA vereinfachte deshalb den Import von Säuglingsnahrung in die USA, und die Regierung in Washington will mit einer Luftbrücke die Familien versorgen. Sie greift dabei auf ein Rüstungsgesetz aus dem Kalten Krieg zurück. Hersteller von Säuglingsmilchnahrung sollen etwa vor anderen Kunden mit den nötigen Zutaten bevorzugt beliefert werden.
Angesichts der anhaltenden Engpässe diskutiere Danone mit den US-Regierungsbehörden über die beste Unterstützung, sagte die Sprecherin. Auch der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat bereits seine Lieferungen von Babynahrung in die USA ausgeweitet.
Schiffslieferungen mehr als verdreifacht
Während Nestlé ankündigte, die Babynahrung künftig auch per Luftfracht zu transportieren, setzte Danone laut der Nachrichtenagentur Reuters zuletzt vor allem auf den Seeweg. Unter Berufung auf Daten der US-Zollbehörde und der Frachtberatungsfirma Ocean Audit heißt es, ein Großteil der Liefermengen sei bislang aus Großbritannien und den Niederlanden in die USA geschickt worden. Demnach hat die Danone-Sparte Nutricia zwischen Januar und Mai ihre Schiffslieferungen nach Nordamerika mehr als verdreifacht.