Nutzte jemand sein Insiderwissen? Finanzaufsicht prüft Absturz der Curevac-Aktie

Das Tübinger Unternehmen Curevac erlitt nach enttäuschenden Ergebnissen bei seinem Coronaimpfstoff massive Kursverluste. Jetzt geht die Bafin dem Verdacht einer möglichen Marktmanipulation nach.
Curevac: Möglicherweise Verdachtsmomente für Marktmissbrauch oder Marktmanipulation?

Curevac: Möglicherweise Verdachtsmomente für Marktmissbrauch oder Marktmanipulation?

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Bernd Weissbrod / dpa

Der Kursabsturz der Curevac-Aktie hat die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. Die Bafin schaue sich außergewöhnliche Kursbewegungen dahin gehend an, ob möglicherweise Verdachtsmomente für Marktmissbrauch oder Marktmanipulation vorliegen, sagte ein Behördensprecher am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. »Ich bitte um Verständnis, dass ich mich darüber hinaus nicht zu einem konkreten Einzelfall äußere.« Die Aktie von Curevac war nach enttäuschenden Studienergebnissen bei dem Covid-Impfstoff des Tübinger Biotechunternehmens am Donnerstag um mehr als 40 Prozent eingebrochen. 

Die »Rheinische Post« hatte zuvor unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, dass die Bafin dem Verdacht nachgehe, ob jemand aus den Unternehmen Curevac oder Bayer sein Insiderwissen genutzt und rechtzeitig Aktien abgestoßen haben könnte. Bayer ist Kooperationspartner von Curevac.

Prüfung sei dem Unternehmen nicht bekannt

Eine Curevac-Sprecherin erklärte, eine Prüfung durch die Bafin sei dem Unternehmen nicht bekannt. »Wir wurden von der Bafin in Bezug auf etwaige Vorgänge nicht kontaktiert.«

Curevac hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sein Covid-19-Impfstoff in der entscheidenden klinischen Studie nach vorläufigen Daten nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent gezeigt hat. Die Aktie verbuchte nach Bekanntgabe der Daten einen Rekord-Tagesverlust von rund 44 Prozent, insgesamt lag das Kursminus vergangene Woche bei mehr als 30 Prozent.

Die Europäische Union hat sich von dem Impfstoff bis zu 405 Millionen Dosen gesichert. Die Entwicklung zog sich aber unerwartet in die Länge, weshalb das Bundesgesundheitsministerium die Vakzine nicht mehr für die laufende Impfkampagne einplant.

ngo/Reuters
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