Tarifstreit EVG lehnt Angebot der Bahn ab

Die Tarifparteien stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die Bahn-Gewerkschaft EVG hat Verhandlungen mit dem Konzern über eine neue Tarifstruktur abgelehnt.

Verhandlungen zwischen EVG und Bahn (Archivbild): Tarifparteien
DPA

Verhandlungen zwischen EVG und Bahn (Archivbild): Tarifparteien


Frankfurt am Main - Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat das jüngste Tarifangebot der Deutschen Bahn zurückgewiesen. Tarifkommission und Bundesvorstand lehnten es am Mittwoch ab, über ein Tarifwerk zu verhandeln, in dem Lokführer und Zugbegleiter als gesonderte Berufsgruppen enthalten sind.

Die Bahn hatte der EVG und der konkurrierenden Lokführergewerkschaft GDL im November getrennt Tarifangebote vorgelegt, die aber nach ihren Angaben im Kern gleich sind. Laut Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber enthält der Vorschlag auch eine Überarbeitung der Tarifstrukturen. Die EVG will allerdings am aktuellen System festhalten.

"Das geltende Tarifsystem hat sich bewährt, das hat selbst der Arbeitgeber immer wieder betont. Es gibt für uns keinen Grund, hieran etwas zu ändern", erklärte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Die Verhandlungen sollten daher auf Basis der EVG-Forderungen und der aktuell geltenden Tarifstruktur weitergeführt werden.

Auch das Spitzengremium der rivalisierenden Lokführergewerkschaft GDL prüft derzeit das Angebot der Bahn. Es wird erwartet, dass GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag dazu Stellung nimmt.

bos/dpa/Reuters

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parisien 04.12.2014
1. Auslegung Art.9.3 GG
Die Situation zeigt - eigentlich keine Überraschung - :Jeder AG , in diesem Fall die Bahn, verhandelt bei mehreren parallel verhandelnden Gewerkschaften stets mit einer Partei , die gar nicht mit am Tisch sitzt. Einigt er sich mit einer, weiß er nie, ob die sich als Konkrrenz verstehende andere Gewerkschaft nicht Forderungen stellt, die alle Annäherungen oder gar Vereinbarungen über den Haufen werfen. Geht sie aif die andere Gewerkschaft nicht ein, streikt diese. Tut sie es doch, streikt die andere. Es bleibt abzuwarten, ob das BVerfG eine solche Interpretation des Art.9.3 GG zulässt.
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