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16. November 2014, 10:39 Uhr

Ärger um Tarifvertrag

Jetzt droht die andere Bahn-Gewerkschaft mit Streik

Lokführer und Bahn wollen verhandeln - trotzdem droht der nächste Streik. Die konkurrierende Gewerkschaft EVG befürchtet eine Einigung auf ihre Kosten. Und spricht schon mal vom Arbeitskampf.

Berlin - Bei der Deutschen Bahn könnte es bald wieder Streiks geben - diesmal jedoch nicht von der Lokführergewerkschaft GDL, sondern von Mitgliedern der konkurrierenden Gewerkschaft EVG.

Deren Vorsitzender Alexander Kirchner warnte Bahn und GDL im "Tagesspiegel am Sonntag" davor, sich auf Kosten seiner Organisation zu einigen. "Es kann nicht die Lösung sein, am Ende zwei Tarifverträge mit unterschiedlichen Inhalten zu haben", sagte er. "Dann werden wir für unsere Interessen eintreten, notfalls mit einem Arbeitskampf."

Erst vor gut einer Woche war ein mehr als dreitägiger Streik der Lokführer zu Ende gegangen. Deren Gewerkschaft GDL fordert nicht nur mehr Geld und eine reduzierte Wochenarbeitszeit. Sie will vor allem auch für ihre Mitglieder beim gesamten Zugpersonal verhandeln, nicht nur für die Lokführer unter ihnen. Die Zugbegleiter werden aber auch von der größeren Gewerkschaft EVG vertreten, die bislang in diesem Bereich alleine die Tarifverträge ausgehandelt hat.

Bahn und GDL hatten sich nach dem Streik in der vergangenen Woche angenähert und für den 21. November erste Tarifverhandlungen vereinbart. Sie sollen parallel zu den Tarifgesprächen mit der EVG stattfinden - was deren Chef Kirchner gar nicht passt. Er will - wie der Konzern - einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Bahn-Beschäftigten.

Für Dienstag hat die Bahn die beiden Gewerkschaften zu Dreier-Gesprächen geladen, um die verfahrene Situation zu besprechen.

stk/dpa/Reuters

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