Coronakrise Bahn könnte laut Gewerkschaft mehr als 10.000 Stellen streichen

Die Deutsche Bahn will im Gegenzug für staatliche Hilfen offenbar kräftig Personal einsparen. Laut Gewerkschaft könnten mehr als 10.000 Stellen betroffen sein.
Zugbegleiter in Berlin: "Es droht ein dramatischer Stellenabbau."

Zugbegleiter in Berlin: "Es droht ein dramatischer Stellenabbau."

Foto: Emmanuele Contini/ imago images/Emmanuele Contini

Wegen der Coronakrise sind bei der Deutschen Bahn nach Einschätzung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mehr als 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr. "Es droht ein dramatischer Stellenabbau", sagte der amtierende EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel der "Bild am Sonntag".

Die Deutsche Bahn AG wolle im Gegenzug für staatliche Hilfen etwa fünf Milliarden Euro, davon etwa 2,25 Milliarden beim Personal einsparen. "Das heißt im Klartext: Abbau von weit über 10.000 Stellen bei der Deutschen Bahn im gesamten Bundesgebiet", sagte Hommel.

Der Konzern wollte die Äußerungen am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren. Nach eigenen Angaben beschäftigt die Bahn in Deutschland rund 211.000 Menschen.

Laut dem Blatt befürchtet Hommel "eine knallharte Sparpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten mit einer Halbierung der Ausbildungsplätze und einem Stopp der dringend benötigten Neueinstellungen".

Wie schon nach der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag schlug der Gewerkschafter ein "Bündnis für Beschäftigung und Mobilität" vor. Dazu habe der Unternehmensvorstand seine Bereitschaft zugesichert, sagte Hommel bereits am Freitag.

Obwohl die Fahrgastzahlen in der Coronakrise um rund 90 Prozent eingebrochen sind, hat die Bahn ihre Kapazitäten kaum angepasst. Der Bund will den Staatskonzern nun über eine weitere Kapitalerhöhung unterstützen. Dabei könnten 6,9 bis 8,4 Milliarden Euro fließen.

hej/dpa