Bahn-Start-up Locomore stellt Geschäftsbetrieb ein

Für den Bahn-Konkurrenten Locomore hat sich kein Investor gefunden. Das Unternehmen stellt den Betrieb ein. Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet.

Locomore-Zug (Archivbild)
DPA

Locomore-Zug (Archivbild)


Die Idee, der Bahn Konkurrenz zu machen, scheint gescheitert: Der private Fernzugbetreiber Locomore hat den Geschäftsbetrieb eingestellt. Da sich bis Ende Juli kein Investor gefunden habe, sei am 1. August das Insolvenzverfahren eröffnet und der Betrieb eingestellt worden, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Investor den Zug noch einmal wieder auf die Strecke bringt", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Rolf Rattunde. Dennoch sei der Schritt notwendig gewesen, weil das Insolvenzgeld für die Mitarbeiter ausgelaufen sei.

Locomore hatte im Dezember vergangenen Jahres angefangen, als private Fernverkehrskonkurrenz zur Bahn die Verbindung Berlin-Stuttgart anzubieten. Allein über Crowdfunding waren mehrere Hunderttausend Euro Kapital zusammengekommen.

Im Mai hatte das Unternehmen dann den Insolvenzantrag gestellt, nachdem die Zahl der Fahrgäste und die Einnahmen pro Fahrgast nicht schnell genug gestiegen waren, um kostendeckend zu sein, wie es hieß. Wenn sich nun im Laufe des Insolvenzverfahrens kein Investor findet, droht eine Abwicklung des Unternehmens.

sep/dpa



insgesamt 42 Beiträge
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chichawa 02.08.2017
1. Es war trotzdem einen Versuch wert
Klar, jetzt haben viele Leute Geld verloren, auch die Kunden. Die Geschäftsidee von Punkt zu Punkt auf einer attraktiven Strecke zu fahren ist dennoch grundsätzlich richtig. Das Unternehmen hatte aber wohl von Beginn an zu wenig Kapital. In unserer verregelten Welt ist das Risiko für Newcomer recht hoch und wenn ein Motor anspringt bedeutet dies noch lange nicht, dass es zum Rundlauf kommt. Schade!
Robert_Rostock 02.08.2017
2.
So leid es mir auch um die Mitarbeiter und Initiatoren dieses Unternehmens tut: Ich halte die Idee eines "freien Wettbewerbs" im Schienenfernverkehr, wo sich mehrere Unternehmen mit jeweils eigenen, nur bei ihnen gültigen Fahrpreisen und Tickets sowie nicht abgestimmten Fahrplänen auf den lukrativen "Rennstrecken" gegenseitig Konkurrenz machen, für vollkommen falsch. Das bringt vielleicht den Fahrgästen, die das Glück haben, genau diese Strecke fahren zu wollen, den Vorteil günstiger Preise. Aber ansonsten nur Nachteile. Überhaupt ist diese künstliche Trennung zwischen öffentlich bestellten und gefördertem Nahverkehr und eigenwirtschaftlichem Fernverkehr einer der grundlegenden Mängel der deutschen Bahnreform. Meiner Meinung nach sollte auch im Fernverkehr das eingeführt werden, was im Nahverkehr ganz gut funktioniert: Dass die öffentliche Hand bestellt, welche Verbindungen, welche Züge sie als Minimalangebot haben will und dann diese Leistungen ausschreibt. Das Ganze dann mit einer Vertriebsstruktur, wo man an einer Stelle durchgehende Fahrkarten von A nach B kaufen kann, egal von wem die jeweiligen Züge gerade betrieben werden.
TheFunk 02.08.2017
3. Monopol DB
Schade... Hätte mir gewünscht. Damit mal gefahren zu sein. Interessantes Konzept. Ähnlich wie hkx. Der Zug hätte seine Kunden gefunden. Hätte wohl aber besser durchgerechnet werden müssen.
arrogist 02.08.2017
4. Solange die Trasse der Deutschen Bahn AG gehört
Und diese auch die Preise festlegen und den Betrieb praktisch ohne Aufsicht (Hallo Herr Dobrindt :-)) gestalten kann, werden es wirkliche Privatunternehmen (die Deutsche Bahn AG ist ja ein privates Staatsunternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht) sehr sehr schwer haben.
janne2109 02.08.2017
5. wie
wie kann man in so etwas nur investieren? Müssen die Leute ein Geld übrig haben, für so eine Idee kann man doch nicht mit Kleingeld auskommen
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