Marode Brücken und Stellwerke Bahn steckt mehr Geld in Sanierungen

Weil die Bahn jahrelang nötige Sanierungen verschleppt hat, verspäten sich zahlreiche Züge. Manager Ronald Pofalla verspricht nun Abhilfe.
Anzeigetafel am Berliner Hauptbahnhof

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Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Die Bahn will 2021 eine Rekordsumme investieren, um den gewaltigen Sanierungstau im deutschen Schienennetz abzubauen. Schon 2020 seien 12,2 Milliarden Euro verbaut worden, sagte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Im kommenden Jahr werde man »noch einmal einen deutlichen Anstieg haben«.

Bis das Netz saniert ist, wird es aber viele Jahre dauern. Pofalla will bis 2030 das gesamte Netz sanieren. 86 Milliarden Euro stehen dafür bereit, davon 62 Milliarden Euro vom Bund.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums wird die Quote der zu sanierenden Brücken in den nächsten vier Jahren nicht sinken. Bei Stellwerken und Bahnübergängen wird sie sogar leicht steigen. Ein Rückgang der ausstehenden Sanierungen sei nur bei Gleisen und Weichen zu erwarten, heißt es in einer Antwort an den Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler.

Kindler warf der Bundesregierung vor, seit Jahren zu wenig gegen den Sanierungsstau in Höhe von 57 Milliarden Euro zu tun. »Das ist eine wichtige Ursache für Zugausfälle und Verspätungen, die die Kundinnen und Kunden der Bahn landauf, landab täglich spüren«, sagte er.

Der Verband Allianz pro Schiene kritisierte zudem, dass der Bund sich beim Aus- und Neubau von Strecken zurückhalte. Dieser sei nötig, wenn wie angestrebt die Fahrgastzahlen verdoppeln und mehr Güterverkehr abgewickelt werden solle.

Trotz der Coronakrise geht Pofalla davon aus, dass am Jahresende 99 Prozent der geplanten Bahn-Bauvorhaben umgesetzt sein werden. Im 33.000 Kilometer langen Netz seien bislang 1500 Kilometer Gleise und 1500 Weichen erneuert, 100 Brücken saniert und 620 Bahnhöfe attraktiver gestaltet worden.

Bei der Pünktlichkeit muss die Bahn aus Pofallas Sicht noch besser werden. Voraussichtlich werden deutlich über 80 Prozent der Fernzüge in diesem Jahr pünktlich gewesen sein, sagte er. Das sei zwar der beste Wert seit Jahren. Er wolle sich damit aber nicht zufriedengeben. »Unser eigentlicher Zielwert sind 85 Prozent.« Die Bahn wertet einen Zug als pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten nach der planmäßigen Zeit eintrifft.

ssu/dpa
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