Geplanter Streik Lokführer weisen Angebot der Bahn zurück

Als "alten Wein in neuen Schläuchen" lehnt die Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot der Deutschen Bahn ab. Damit bleibt es dabei: Am Montagabend wird gestreikt.

GDL-Mitglieder in Fulda: "Wut in unseren Kreisen"
REUTERS

GDL-Mitglieder in Fulda: "Wut in unseren Kreisen"


Berlin - Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot zurückgewiesen. Es sei "alter Wein in neuen Schläuchen", kritisierte GDL-Chef Claus Weselsky gegenüber dem Fernsehsender N24. Am Montagmorgen hatte die Bahn die neue Offerte bestätigt, über die der SPIEGEL bereits am Wochenende berichtete. Zum Inhalt machte der Konzern allerdings keine detaillierten Angaben.

Damit soll es bei den geplanten Streiks am Montagabend bleiben. Er wurde von der GDL auf den Zeitraum von 18 Uhr bis 21 Uhr befristet. "Mit dieser Streikzeit berücksichtigt die GDL die vielen Wochenendreisenden, die während des ersten Wochenarbeitstages die Eisenbahnen nutzen", teilte die Gewerkschaft mit. "Der erste Streik soll im Schwerpunkt den Güterverkehr treffen, weniger die Fahrgäste."

Weselsky sagte, er sei "nicht nur enttäuscht" vom neuen Angebot der Bahn, "sondern es macht sich langsam Wut in unseren Kreisen breit". Die Bahn versuche die GDL in einen "Monate währenden Prozess hineinzuzwingen", an dessen Ende ein Kooperationsabkommen stehe, das der Gewerkschaft die bestehende Tarifmächtigkeit nehmen solle.

Im Konflikt mit der Bahn geht es nicht nur um höhere Löhne, sondern auch um einen Machtkampf zwischen der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sie streiten darum, wer für welche Mitarbeitergruppe die Verhandlungen führen darf.

Nachdem eine bislang bestehende Übereinkunft ausgelaufen war, wollen beide Gewerkschaften nun jeweils das gesamte Personal vertreten. Bahn-Personalchef Ulrich Weber bekräftigte, Ziel der DB bleibe es, eine Kooperationsabrede mit beiden Gewerkschaften zu vereinbaren. So wolle die Bahn konkurrierende Tarifverträge vermeiden.

Was Bahnpassagieren bei Verspätungen am Abend zusteht, lesen Sie hier.

dab/AFP/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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spon-facebook-1321056097 01.09.2014
1. Augen auf bei der Berufswahl.
Mehr Geld für weniger Arbeit. 37-Stunden-Woche. Sind wir im Feenland? Augen auf bei der Berufswahl, anstatt zu streiken.
Tikay 01.09.2014
2. Kein Verständnis meinerseits
Ich habe für die GDL und Herrn Weselski keinerlei Verständnis. Eine Forderung von etwa +15% ist m.M.n. keine Verhandlungsbasis, da hat die Bahn AG ausnahmsweise mal recht. Vor vier Jahren fing die GDL ja mit fröhlichen 30% an, wenigstens etwas. Dazu noch die Verhandlung zu benutzen, um einen Machtkampf mit einer anderen Gewerkschaft zu führen, ist auch nicht richtig. Und der Behindertenvergleich des Herrn Weselsky lässt tief blicken. Wenn ich demnächst wieder tage- und wochenlang schauen kann wie ich alternativ zur Arbeit komme, weil die lieben Lokführer streiken, dann streike ich auch mal bald. Ich verlange 1000% mehr Lohn bei nur zwei Arbeitstagen die Woche. Keine Sorge liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich stehe euch dabei nicht im Weg, ich demonstriere freiwillig am anderen Ende der und verspreche euch strahlende Aussichten. Bin Sicherheitsinspektor bei einem AKW.
henrikw 01.09.2014
3. Null Verständnis
Streiken auf Kosten unbeteiligter Dritter ist asozial! Oder erstatteten mir die Streikenden angefallene Taxikosten oder sogar Urlaubskosten?
derandereblick 01.09.2014
4. Das ist Kapitalismus
Zitat von spon-facebook-1321056097Mehr Geld für weniger Arbeit. 37-Stunden-Woche. Sind wir im Feenland? Augen auf bei der Berufswahl, anstatt zu streiken.
Das ist halt Kapitalismus. Jeder nutzt seine ökonomische Macht, so gut es geht. Machen uns die Oberen doch vor und ist genau das, was uns jahrelang gepredigt worden ist.
ollimorp 01.09.2014
5.
Als hätte die Bahn nicht schon genug Probleme. Und wer badet das ganze dann wieder aus? Sicher nicht der "Schönes Wochenende-Ticket" Käufer oder die Supersparer die für 29 Euro quer durch D fahren, sondern eher die Berufspendler, die mehrere tausend Euro im Jahr zahlen, oder die Pechvögel, die maßlos überteuerte Tickets kaufen (müssen).
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