Lokführergewerkschaft GDL Der Bahn droht neuer Rekordstreik

Der nächste Ausstand soll noch länger dauern als der letzte: Die Lokführergewerkschaft GDL plant laut Gewerkschaftsvertretern einen neuen Rekordstreik - er könnte auch die Pfingsttage einschließen.

Züge auf einer Gleisanlage in Köln: GDL plant Streik Nummer neun
DPA

Züge auf einer Gleisanlage in Köln: GDL plant Streik Nummer neun


Die Lokführergewerkschaft GDL hat einen neuen Streik angekündigt, jetzt sickern erste Details durch: Der nächste Ausstand bei der Bahn solle nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen noch länger angesetzt werden als der letzte, berichten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa.

Damit könne der Streik auch die Feiertage einschließen, sagte ein Gewerkschaftsvertreter laut den Agenturberichten. Weitere Einzelheiten über den neunten Arbeitskampf im fast einjährigen Tarifkonflikt will die Gewerkschaft am Nachmittag nennen. Ein unbefristeter Streik als letzte Eskalationsstufe sei aktuell nicht vorgesehen, heißt es.

Der letzte Streik war erst vor gut einer Woche zu Ende gegangen. Er war mit rund fünf Tagen der längste in der 21-jährigen Geschichte der Deutschen Bahn AG.

Die Deutsche Bahn dringt derweil weiter auf eine Schlichtung mit der GDL. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber verlangte einen Streikverzicht. Nur eine Schlichtung über alle strittigen Fragen könne jetzt noch weiterhelfen. "Das ist das einzig Vernünftige", sagte er.

Der Versuch einer Annäherung beider Seiten war am Wochenende gescheitert. Vertrauliche Gespräche wurden am Samstagabend beendet und nicht wie geplant am Sonntag fortgesetzt. Die Tarifparteien wiesen sich dafür gegenseitig die Schuld zu.

Unabhängig vom Streit mit der GDL will die Bahn "versuchen, am Donnerstag mit der EVG zu einem Abschluss zu kommen", sagte Weber. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) dringt auf einen Tarifabschluss für ihre rund 100.000 Mitglieder bei der Bahn an diesem Tag. Für den Fall einer Nichteinigung hat sie ebenfalls mit Streik gedroht. Sie fordert sechs Prozent Einkommenszuwachs, mindestens jedoch 150 Euro pro Monat.

Die bisherigen Streiks der GDL im Bahn-Tarifstreit
  • DPA
    2015
    6. Streik vom 4. bis 10. Mai: bislang längster Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG - 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Streikstunden im Güterverkehr
    5. Streik vom 21. bis 23. April: 43 Stunden im Personenverkehr und 66 Stunden im Güterverkehr

    2014
    4. Streik vom 6. bis 8. November: 64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr
    3. Streik vom 17. bis 20. Oktober: 50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr
    2. Streik am 15./16. Oktober: 14 Stunden im Personen- und Güterverkehr
    1. Streik nach Urabstimmung am 7./8. Oktober: 9 Stunden im Personen- und Güterverkehr
    2. Warnstreik am 6. September: 3 Stunden im Personen- und Güterverkehr
    1. Warnstreik am 1. September: 3 Stunden im Personen- und Güterverkehr

bos/dpa/Reuters



insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
Barxxo 18.05.2015
1. zum Glück...
...gibts Fernbusse.
hanem 18.05.2015
2.
Wie wär´s mal mit einem Streik von, sagen wir, drei Monaten? Oder vielleicht drei Jahren? Dann hätte sich sicherlich die Grundlage des Streiks erübrigt.
chjuma 18.05.2015
3. man
lässt den Lokführern keine andere Wahl. Wenn man die Streikkosten mal gegengerechnet hat denk ich mal, dass man den Lokführern wahrscheinlich doppeltes Gehalt hätte zahlen können und hätte bestimmt noch Plus gemacht. Aber das geht ja nicht. Wenn man in Deutschland mehr als H4 verdient muss man sofort enteignet werden, mit Auslagerung, Umstrukturierung oder Dumpingkündigung. Wo bleibt eigentlich endlich mal der Generalstreik??
dasdondel 18.05.2015
4. unbefristet
wäre mein Vorschlag an die GdL, und vor allem Schwerpunkt Güterverkehr, damit die Industrie Druck macht. Anders wird die Bahn nicht einlenken.
prozesskostenhilfe 18.05.2015
5. Wir bedanken uns
bei der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten, die die Liberalisierung und damit die Privatisierung von Infrastruktur vorangetrieben haben, die volkswirtschaftlich zur Daseinsvorsorge gehören (sollten). Die alte Bundesbahn war vielleicht teuer und vielleicht langsam, aber sie war weitaus zuverlässiger. Interessanterweise schreien diejenigen, die grundsätzlich und damals bei der Bahnprivatisierung im Besonderen aktive Befürworter waren, heute am lautesten, wenn die Bahnbediensteten streiken...
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