Einigung auf Schlichtung Lokführer beenden Bahnstreik

Der Streik der Lokführer ist vorbei. Das teilten die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft GDL mit. Es soll zwei Schlichter geben: Bodo Ramelow und Matthias Platzeck. Bis die Züge normal fahren, dürfte es aber noch dauern.
Fernzüge der Deutschen Bahn: Von 19 Uhr an wieder im Dienst

Fernzüge der Deutschen Bahn: Von 19 Uhr an wieder im Dienst

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Millionen Bahnreisende können aufatmen: Die Lokführer beenden ihren Streik. Die Parteien hätten sich auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt, teilten GDL und Bahn in den frühen Morgenstunden mit. "Wir sind sehr erleichtert. Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde", sagte Personalchef Ulrich Weber. "Nun heißt es, Ruhe in die Betriebe zu bringen."

Auch die GDL zeigte sich zufrieden. Die Bahn habe akzeptiert, dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruchs oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite der GDL. Dieser Sachverhalt werde deshalb nicht mehr Bestandteil des eigentlichen Schlichtungsverfahrens sein.

Lokrangierführer werden als Lokomotivführer exakt im GDL-Flächentarifvertrag eingruppiert. "Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im neunten Arbeitskampf der Gordische Knoten durchschlagen werden", sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Nach Angaben der Gewerkschaft werden die Lokführer von 19 Uhr an wieder zum Dienst antreten. Auch dann wird es noch eine Weile dauern, bis alle Züge wieder nach Plan fahren. Derzeit arbeiten die Disponenten fieberhaft daran, das System wieder in Gang zu setzen. Ab Mittag will die Bahn hierzu Details bekanntgeben.

Für die Schlichtung hat die GDL den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow als ihren Vertreter benannt, die Bahn den ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck. Für die Dauer der Schlichtung vom 27. Mai bis zum 17. Juni 2015 gilt Friedenspflicht.

Das gilt allerdings nur für die GDL. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fühlt sich dagegen an die Friedenspflicht nicht gebunden. "Wir werden streiken müssen, wenn wir am Donnerstag nicht zu einem Ergebnis kommen", sagte EVG-Chef Alexander Kirchner der "Passauer Neuen Presse". "Die Kolleginnen und Kollegen wollen jetzt ein Ergebnis." Bahn und EVG streben bei ihren Gesprächen einen Tarifabschluss an, in der nunmehr zwölften Verhandlungsrunde müssen jedoch noch Schlüsselfragen geklärt werden. So fordert die EVG Nachbesserungen bei der Lohnerhöhung.

Anders als die GDL, die neunmal streikte, hat die EVG in dieser Tarifrunde noch kein einziges Mal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die beiden Gewerkschaften hatten sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

mik/Reuters
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