Bahn-Tarifstreit GDL schließt Streiks über Weihnachten aus

Gute Nachricht für Feiertagspendler: Die Lokführer wollen die Bahn an den Weihnachtstagen fahren lassen. GDL-Chef Weselsky verweist auf die "friedvolle" Zeit.

Claus Weselsky: Der GDL-Chef will "friedvolle" Weihnachten
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Claus Weselsky: Der GDL-Chef will "friedvolle" Weihnachten


Frankfurt am Main - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) schließt einen Streik über die Weihnachtstage ausdrücklich aus. "Das ist eine Zeit, die ist friedvoll. Und wir haben nicht vor, in der Zeit Arbeitskämpfe stattfinden zu lassen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky der ARD-Sendung "Plusminus", die am Mittwochabend ausgestrahlt werden soll. Er könne die Frage, ob es zu Weihnachten Streiks geben werde, "heute schon mit Nein beantworten".

Weselsky bekräftigte jedoch die grundsätzliche Streikbereitschaft der in der GDL organisierten Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen, sollte es bei den Verhandlungen mit der Bahn nicht zu den gewünschten Fortschritten kommen.

Die Bahn will die Tarifverhandlungen mit der GDL am Freitag fortsetzen. Sowohl die GDL als auch die rivalisierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten am Donnerstag ein neues Angebot erhalten. Die in der GDL organisierten Lokführer haben bereits mehrfach für ihre Forderungen gestreikt.

In dem Tarifkonflikt streiten sich GDL und EVG seit Monaten, wer für welche Berufsgruppe die Tarifverhandlungen führen darf. Bisher handelte die EVG für rund 140.000 Bahn-Angestellte die Arbeitsbedingungen aus, darunter Zugbegleiter, Lokrangierführer und Mitarbeiter im Bordservice. Die GDL will nun durchsetzen, dass sie für ihre Mitglieder beim gesamten Zugpersonal verhandeln kann, nicht nur für die Lokführer unter ihnen. Bislang haben sich die drei Tarifparteien nicht auf eine Basis für gemeinsame Verhandlungen einigen können.

Die deutsche Wirtschaft beklagt sich derweil bitter über die bisherigen Streiks. Der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zufolge belaufe sich die Schadensrechnung nach mehreren Streiktagen allein für die Wirtschaft auf mehr als eine halbe Milliarde Euro, wie DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Bild"-Zeitung sagte.

mik/AFP

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daslästermaul 25.11.2014
1. Auf dem Weg zur Besserung ?!
langsam scheint es auch Claus Weselsky zu dämmern, dass er mit seiner starrssinnigen und kompromisslosen Geisteshaltung eher sich selber und seinem Anliegen schweren Schaden zufügt, als dass er damit in irgendeiner Weise noch auf Verständnis in der Bevölkerung und bei der DB hoffen kann. welche cholerische Unbeherrschtheit treibt ihn eigentlich immer wieder zu der Aufstellung und Verbreitung der unsinnigen Falschbehauptung man wolle ihn und die seinen an der Wahrnehmung ihrer Grundrechte hindern ?!. Ein derartiger immer wiederholter böswilliger Vorwurf ist längst justiziabel und er sollte froh und dankbar dafür sein, dass ihn die DB deswegen noch nicht rechtlich belangt hat. Die Anzahl der Mitglieder der GDL beträgt derzeit ca. 16 % der Mitglieder der ungleich stärkeren EVG. Bei seinem Kampf um die Bedeutungshoheit am Verhandlungstisch wäre Weselsky nicht zuletzt aufgrund dieser Relation wirklich gut beraten "kleinere Brötchen" zu backen und deutlich verbindlicher und kompromissbereiter als bisher aufzutreten. der kleinste von mehreren Verhandlungspartnern gewinnt normalerweise nicht durch lautes kraftmeierndes Geschrei und viel unsinnigen Krawall sondern dadurch, dass er freundlich und verbindlich für seine Position wirbt und versucht durch Inhalte zu überzeugen.
candido 25.11.2014
2. Liegt
es vielleicht auch daran, dass es an diesen Feiertagen saftige, steuerfreie Zuschläge gibt, die sonst futsch wären?
Tiberiumdue 25.11.2014
3. Kuschelkurs
Nanu ? Was ist denn mit der GDL los ? Da meint man doch glatt die EVG würde sprechen. Ich finde diesen Kuschelkurs doch befremdlich. Zum Thema "Feiertagszuschläge": Ich denke jeder Lokführer und Zugbegleiter würde lieber die Feiertage mit seiner Familie verbringen statt durch Deutschland zu fahren und die Billigtickets zur Oma zu bringen ;) Zum ersten Kommentar hier bleibt nur zu sagen das man heute gegen die Arbeitgeber mit "freundlich und verbindlich" nicht weit kommt !
f14-tomcat 25.11.2014
4. Wie Verwantwortungsvoll Herr
Weselsky. Mal abgesehen das am Rhein der Güterverkehr der DB eingebrochen ist, da die Firma die Schnauze voll haben von so einer Spartengewerkschaft die keinerlei Verantwortung zeigt, da ist es nur noch eine Frage der Zeit bis aus den 16000 nur noch 10000 Lokführer werden. Denn Arbeitslose werden sicher keinen Gewerkschaftsbeitrag bezahlen. Danke Herr Weselsky für diesen Machtkampf, hoffe ihr Ego ist befriedigt.
parteichef 25.11.2014
5. Müssen wir uns bei der GDL bedanken?
Müssen wir uns demütig bedanken, wenn uns die GDL am Weihnachten unsere Besuche machen lässt. Wenn wir Glück haben, lassen uns die Bussfahrer mitfahren. Ob uns Amazon die Weihnachtsgeschenke bringen darf, entscheidet im Moment die Gewerkschaft. Und ob wir es warm und kuschelig vor dem Weihnachtsbaum haben, überlegt sich Putin.
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