Bahn-Tochter Lutz macht Tempo bei Arriva-Börsengang

Bahn-Chef Richard Lutz will seine britische Tochter Arriva möglichst schnell loswerden. Schon 2020 soll das Unternehmen an die Börse gehen. Zuletzt hatte der Konzern einen Börsengang abgeblasen.

Arriva-Zug in Abergele (Archivbild): Im nächsten Jahr soll die Bahn-Tochter an die Börse
Peter Byrne/PA WIRE/DPA

Arriva-Zug in Abergele (Archivbild): Im nächsten Jahr soll die Bahn-Tochter an die Börse


Trotz der Probleme bei der Konzerntochter Arriva will die Bahn das Unternehmen im kommenden Jahr an die Börse bringen. Das kündigte Bahn-Chef Richard Lutz an.

Möglichst von Mai an solle ein Minderheitsanteil angeboten werden, über einen Zeitraum von drei Jahren dann die übrigen Aktien. "Wir wollen auf jeden Fall nächstes Jahr in den Börsengang gehen und dann etwas gestreckter verkaufen", sagte Lutz.

Arriva betreibt Busse und Bahnen in 14 europäischen Ländern. Eigentlich sollte die Tochter direkt an einen Investor verkauft werden. Das Geschäft sollte Milliarden Euro für die Bahn in Deutschland einbringen. Das gelang jedoch nicht.

Der Konzern plante nach Informationen des SPIEGEL, Arriva zunächst bereits im November an die Börse in Amsterdam zu bringen. Wegen der mit dem Brexit verbundenen Unsicherheiten legte der Konzern seine Pläne aber zunächst auf Eis.

Bei Arriva besteht ein hoher Investitionsbedarf. Kaufinteressenten, die einen Blick in die Bücher geworfen haben, bewerteten das Unternehmen nach Informationen des SPIEGEL mit einem Wert von weniger als zwei Milliarden Euro. Das ist weniger, als die Bahn 2011 für das Unternehmen bezahlt hatte. Die Bahn hatte damals auch vielen Tausend Mitarbeitern Pensionsansprüche garantiert.

Lutz kündigte außerdem an, im kommenden Jahr über eine Anleihe bis zu drei Milliarden Euro einzusammeln. Die Deutsche Bahn ist hoch verschuldet, will aber massiv investieren.

brt/dpa

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