Bahn-Übernahme Tausende Arriva-Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

Die Bahn hat den britischen Transporteur Arriva gerade erst übernommen - doch jetzt muss der Staatskonzern noch die deutsche Sparte veräußern: Die Mitarbeiter fürchten nun um die Sicherheit ihrer Stellen. "Wir wollen keine Heuschrecke."

Arriva-Bus im britischen Tamworth: Garantie verlangt
dpa

Arriva-Bus im britischen Tamworth: Garantie verlangt


Hannover - Bei der deutschen Arriva-Sparte geht derzeit die Angst um. Die 4400 Mitarbeiter des britischen Transporteurs in Deutschland fürchten um die Sicherheit ihrer Jobs - denn ihr Unternehmen steht derzeit vor dem Verkauf. Die Deutsche Bahn als neuer Eigentümer der Arriva-Gruppe muss die deutschen Arriva-Firmen aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen. Die Beschäftigten fordern nun eine Garantie, dass die Firma nicht an einen Finanzinvestor veräußert oder zerschlagen wird, berichtet die in Hannover erscheinende "Neue Presse".

Die Deutsche Bahn hatte den Arriva-Konzern Mitte des Jahres für 2,9 Milliarden Euro gekauft. Bahn-Chef Rüdiger Grube will sich dadurch den Zugang zum europäischen Markt sichern. Denn die neue Tochter bringt auf einen Schlag Busse und Bahnen in elf Staaten ein - und soll zur Plattform für künftiges Wachstum werden, wenn sich Nachbarmärkte öffnen. Im Gegenzug verlangte die EU-Kartellbehörde allerdings, dass die Bahn den deutschen Teil von Arriva wieder verkaufen muss.

"Wir wollen zum bestmöglichen Preis verkaufen", sagt ein Bahn-Sprecher

Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Hans-Jürgen Hauschild, sagte der Zeitung: "Wir wollen keine Heuschrecke." Neuer Eigentümer müsse eine Eisenbahngesellschaft mit einem Konzept zur Sicherung der Arbeitsplätze werden. Gerade die Deutsche Bahn, die dem Bund gehört, müsse hier verantwortungsvoll handeln.

Ein Unternehmenssprecher sagte der Zeitung, zur Entscheidung über einen Käufer: "Wir wollen zum bestmöglichen Preis verkaufen." Derzeit werde mit fünf bis zehn Interessenten verhandelt.

Arriva hat rund 42.000 Beschäftigte, erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn von 138 Millionen Euro.

yes/dapd



insgesamt 3 Beiträge
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atipic, 07.10.2010
1. Ja, ja die Deutsche Bahn
Anstatt Milliarden in den nationalen Nahverkehr zu investieren, will sich die DB als profilieren, und kauft stets neue Auslandsbeteiligungen oder ganze Firmen. Und die Bundesregierung als Eigner billigt immer diese Geldverschwendung. Pfui DB! Pfui Politik!
sic tacuisses 07.10.2010
2. Dann springen halt mal wieder ein paar Hanseln
Zitat von atipicAnstatt Milliarden in den nationalen Nahverkehr zu investieren, will sich die DB als profilieren, und kauft stets neue Auslandsbeteiligungen oder ganze Firmen. Und die Bundesregierung als Eigner billigt immer diese Geldverschwendung. Pfui DB! Pfui Politik!
für den Börsengang des staatseigenen Unternehmens Bahn über die Klinge. Ist doch alles Quatsch. S21 schafft doch 10.000 neue Arbeits- plätze in und um Stuttgart. Mobil sein muß man heute schon. Also Umzug nach Stuttgart !!
gsm900, 07.10.2010
3. Danke Genosse Schröder
Zitat von sysopDie Bahn hat den britischen Transporteur*Arriva gerade erst übernommen - doch*jetzt muss der Staatskonzern*noch die deutsche Sparte veräußern: Die Mitarbeiter fürchten nun um die Sicherheit ihrer Stellen. "Wir wollen keine Heuschrecke." http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,721692,00.html
so haben wir uns das moderne Deutschland doch nicht vorgestellt.
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