Job-Initiative Bahn will Bundeswehrsoldaten anwerben

Vom Offizier zum Lokführer: Die Deutsche Bahn will ausgeschiedenen Bundeswehrbeschäftigten eine berufliche Perspektive bieten. Der Konzern stellt bis 2020 jährlich bis zu 8000 neue Mitarbeiter ein.

Bundeswehrsoldaten (Archivbild): Wehruniform gegen Bahntracht tauschen?
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Bundeswehrsoldaten (Archivbild): Wehruniform gegen Bahntracht tauschen?


Berlin - Die Bundeswehr schrumpft, jedes Jahr quittieren bis zu 15.000 Mitarbeiter den Dienst. Jetzt buhlt die Deutsche Bahn um die früheren Soldaten. Eine Vereinbarung mit dem Bundesverteidigungsministerium sieht nach Angaben der Bahn vor, dass das Unternehmen sich bei Bundeswehr-Jobmessen präsentiert und Praktika anbietet.

Offiziere, Mannschaftssoldaten und Techniker könnten bei dem bundeseigenen Konzern etwa Fahrdienstleiter oder Lokführer werden, heißt es in einer Mitteilung. Der Konzern will bis 2020 jährlich bis zu 8000 neue Mitarbeiter einstellen, weil zahlreiche Beschäftigte in Rente gehen.

Auch die Bundeswehr hat Nachwuchssorgen und wirbt verstärkt um die Jugend. Die Wehrpflicht wurde im Sommer 2011 ausgesetzt. Seitdem hat die Bundeswehr ihre Werbung an Schulen verstärkt, stets auf der Suche nach jungen Menschen, die sich freiwillig zum Militärdienst verpflichten.

bos/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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Kiste 09.07.2014
1.
In meiner Kindheit waren die Bademeister Ex-Feldwebel. Mit Trillerpfeife und Kasernenhofton sorgten die für Disziplin in der Badeanstalt.
mcvitus 09.07.2014
2. Das gab's doch schon mal in den 70igern.
Mit guter Pension ausgerüstet landeten ehemalige Berufssoldaten auf weich gepolsterten Stellen der Industrie, vorzugsweise bei Firmen, welche Liefer- oder Wartungsverträge mit dem Bund hatten. Damals herrschte ein Überangebot von Arbeitsstellen, trotzdem wurden Stellen für gut ausgebildete junge Handwerker auf Jahre hin blockiert.
l.ellerhorst 09.07.2014
3. Soll wohl ein Witz sein, oder?
Als Offizier dann zum Lokführer? Wer kommt auf so eine blödsinnige Idee? Davon mal abgesehen, dass die meisten Offiziere ein Hochschulstudium abgeschlossen haben, die Gehaltsdifferenz wäre schon ein großer Rückschritt für jeden Offizier und auch für die meisten Unteroffiziere und Mannschaften. Dank der guten Wirtschaftslage haben sowohl der Bund als auch die Bahn nun massive Personalprobleme. Die übliche Reaktion, höhere Löhne und Gehälter, die wird es bei beiden aus politischen Gründen nicht geben. Eine Art von Fachkräftemangel, den die BitCom auch seit Jahren vermeldet. Bietet sich die gleiche Lösung an, Anwerben mit der Blue-Card. Statt Computer-Inder haben wir ja auch hoffnungsvolle Nachwuchskrieger in Afghanistan; die sind sogar schon angelernt. Die Bahn kann ja mal in Italien anfragen, welcher der aufgefischten Flüchtlinge vielleicht für 'nen paar Eurofünfzig vom Boot auf Bahn umsteigen möchte.
hermannheester 13.07.2014
4. Hauptmann fahren sie langsamer
Zitat von sysopDPAVom Offizier zum Lokführer: Die Deutsche Bahn will Bundeswehr-Beschäftigten eine berufliche Perspektive bieten. Der Konzern will bis 2020 jährlich bis zu 8000 neue Mitarbeiter einstellen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bahn-will-ausgeschiedene-bundeswehrsoldaten-anwerben-a-980172.html
Die Übernahme von Bundeswehrabgängern fällt der Wirtschaft offenbar recht schwer. Da werden dann Hauptleute zu Küchenhändlern, auch ein Leutnant als Warengruppenleiter im Kaufhauskonzern kommt immer mal vor und selbst der Vortragsreisende in Führungsfragen ist unterwegs. Exotische Berufe am laufenden Band. Qualifikation ist manchmal eben doch ein schweres Schicksal.
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