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04. November 2014, 17:32 Uhr

Lokführer-Streik

Bahn will ein Drittel der Züge fahren lassen

Die Deutsche Bahn will sich mit einem Ersatzfahrplan gegen den Mega-Streik der Lokführer stemmen. Ein Drittel der Züge soll trotz des Ausstands fahren.

Berlin - Reisende müssen sich von Donnerstag bis Montagmorgen auf Chaos im Bahnverkehr einstellen. Denn die Lokführergewerkschaft GDL hat zu einem viertägigen Streik im Personenverkehr aufgerufen. Die Bahn plant nun einen Ersatzfahrplan. So soll etwa ein Drittel des sonst üblichen Zugverkehrs angeboten werden können. Ab Donnerstag müssten sich Millionen Reisende aber auf massive Beeinträchtigungen einstellen, erklärte das Staatsunternehmen.

Für den Fernverkehr hat die Bahn bereits am Dienstagabend einen ersten Notfahrplan veröffentlicht. Dieser werde für Donnerstag gelten, den ersten Streiktag bei den Personenzügen, teilte das Unternehmen mit. Ab Mittwochabend (18 Uhr) sei in den Auskunftssystemen dann der Ersatzfahrplan für Freitag abrufbar. Entsprechendes gelte für die Folgetage.

Die Bahn bezeichnete den Streikaufruf der GDL als "reine Schikane". "Dieser Streikaufruf macht nur noch sprachlos", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Er rief die Gewerkschaft auf, ihren Streikaufruf sofort zurückzunehmen "und sich umgehend mit uns an den Verhandlungstisch zu setzen".

Die GDL hatte angekündigt, den Personenverkehr von Donnerstagmorgen bis Montagmorgen für eine Dauer von 98 Stunden zu bestreiken. Im Güterverkehr soll der Ausstand bereits am Mittwoch beginnen.

Politiker kritisierten die Streikpläne scharf. GDL-Chef Claus Weselsky verliere jedes Maß, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi SPIEGEL ONLINE.

Am Wochenende war der Versuch gescheitert, in einem neuen Tarifvertrag Spielregeln für die künftige Zusammenarbeit zwischen der Bahn, der GDL sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) festzulegen. Nun kommt auf die Kunden der Deutschen Bahn der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens zu.

mmq/dpa

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