Ramsch-Hypotheken Bank of America droht Zwölf-Milliarden-Dollar-Strafe

Die Bank of America muss für die Aufarbeitung der Finanzkrise erneut teuer bezahlen. Die Großbank will mindestens zwölf Milliarden Dollar zahlen, um US-Verfahren wegen umstrittener Hypothekendeals zu beenden.

Filiale der Bank of America in New York: Teure Aufräumarbeiten
DPA

Filiale der Bank of America in New York: Teure Aufräumarbeiten


New York - Bislang hält JP Morgan Chase den Rekord bei Vergleichen wegen Geschäften mit windigen Hypotheken - auf eine Zahlung von 13 Milliarden Dollar einigte sich das Institut mit den US-Behörden im vergangenen Herbst. Nun könnte die Bank of America selbst diese Marke knacken: Übereinstimmenden Zeitungsberichten zufolge verhandelt die Bank mit dem US-Justizministerium über eine Zahlung von mindestens zwölf Milliarden Dollar.

Damit übersteigt die Summe in jedem Fall den gesamten Jahresgewinn von zuletzt 11,4 Milliarden Dollar. Mit der Zahlung will die Bank of America Verfahren mehrerer US-Bundesstaaten und des Justizministeriums aus der Welt räumen. Die Behörden werfen der Bank vor, sie habe Investoren in der Zeit vor der Finanzkrise beim Verkauf von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt. Mit fünf Milliarden Dollar aus dem Vergleich könnte in Not geratenen Hausbesitzern geholfen werden, berichten "Wall Street Journal" und "Financial Times".

Mehr als neun Milliarden Dollar an Entschädigungen an Fannie Mae und Freddie Mac hat die Bank bereits zugesagt, weil sie den staatlichen Immobilienfinanzierern fragwürdige Hypothekenpapiere verkaufte. Diese hatten nach dem Crash am amerikanischen Wohnungsmarkt drastisch an Wert verloren. Bei der Bank of America summierten sich damit Strafen und Vergleiche seit 2009 auf mehr als 25 Milliarden Dollar, errechnete die "Financial Times".

jos/Reuters

insgesamt 13 Beiträge
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spon-facebook-10000523851 06.06.2014
1. Ach ja ?
Die Bank zahlt oder die armen Ein- und Anlegerschweine, die Missgeburten wie diese und andere "Banken" ueberhaupt mit ihren $$$ moeglich gemacht haben. Solche "halbkriminellen" Anstalten sollten dicht gemacht werden anstatt wie Fanny Mae mit Steuergeldern gerettet zu werden. Die Profiteure der ueblen Sorte haben doch alle abgesahnt.
hman2 06.06.2014
2. Wenn man selbst in USA,
dem Mutterland des neuen Kapitalismus, Banken so bluten lassen kann - warum in drei Teufels Namen werden unsere Banken dann immer noch gehätschelt und verwöhnt ??
Veterano48 06.06.2014
3. eine Bank,
die einen Jahresgewinn von fast 12 Millarden Dollar ausweist, hat dieses Geld nicht erwirtschaftet, es wurde anderen genommen.
guenter47 06.06.2014
4. Diese Strafe ist
zwar saftig, aber tut der Bank und den Aktionären nicht wirklich weh. Was ist schon ein Jahresgewinn, wenn die Bank dank dieser "Absolution" ihre Gauner-Geschäfte weiter betreiben kann.
westerwäller 06.06.2014
5. Bankenaufsicht in USA macht richtig Spaß?
Hier mal 12 Mrd., da mal 16 Mrd., das läppert sich ... Kann man in Deutschland sowas als Startup machen? Ich glaube die Anschubfinanzierung über Crowdfunding wäre total easy zu stemmen ... Genug arbeitslose Banker mit Frust über ihren vormaligen Arbeitgeber sollte es auch geben ...
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