Hypothekenstreit Bank of America zahlt Milliarden an Fannie Mae

Teure Einigung für die Bank of America: Die US-Großbank überweist dem staatlichen Hausfinanzierer Fannie Mae mehr als zehn Milliarden Dollar, um einen Streitfall beizulegen. Das Geldhaus rechnet nun nur noch mit einem bescheidenen Gewinn.

Bank-of-America-Logo in Charlotte: Der Konzern legt kommende Woche seine Bilanz vor
REUTERS

Bank-of-America-Logo in Charlotte: Der Konzern legt kommende Woche seine Bilanz vor


Charlotte - Ein weiteres Kapitel der Finanzkrise wird zugeschlagen: Die Bank of America hat ihren Hypothekenrechtsstreit mit Fannie Mae beigelegt. Die Großbank überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlichen Hausfinanzierer. "Diese Vereinbarungen sind ein großer Schritt nach vorne, um unsere Hypothekenthemen aus der Vergangenheit zu lösen", sagte Bankchef Brian Moynihan am Montag. Die Aktie stieg vorbörslich um zwei Prozent.

Fannie Mae Chart zeigen kauft Banken deren Hauskredite ab, wodurch die privaten Institute frisches Geld erhalten und neue Kredite vergeben können. In der Finanzkrise platzten jedoch viele Kredite, weil die Hauseigentümer ihre Raten nicht mehr zahlen konnten. Fannie Mae und die ebenfalls staatliche Schwesterfirma Freddie Mac erlitten massive Verluste. Der Bank of America wird vorgeworfen, minderwertige Hypotheken an Fannie Mae und das Schwesterunternehmen Freddie Mac verkauft zu haben.

Die Bank of America Chart zeigen zahlt Fannie Mae nun 3,6 Milliarden Dollar in bar und kauft für weitere 6,75 Milliarden Dollar Eigenheimkredite zurück. Damit übernimmt die Bank das Risiko von Kreditausfällen wieder selbst. Die Summen sind deshalb so hoch, weil die Bank im Jahr 2008 den größten privaten US-Hausfinanzierer Countrywide Chart zeigen übernommen hatte. Ihm werfen Geschäftspartner und Staatsanwälte einen besonders schlampigen Umgang mit Hypotheken vor.

Die Zugeständnisse der Bank of America sind weitgehend durch Reserven gedeckt. Das Geldhaus muss im vierten Quartal allerdings Belastungen von rund 2,7 Milliarden Dollar vor Steuern verbuchen. Dadurch dürfte im letzten Jahresviertel nur noch ein "bescheidener" Gewinn herauskommen, schätzt der Finanzkonzern. Die genauen Zahlen legt die Bank kommende Woche vor.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
fleischwurstfachvorleger 07.01.2013
1. Wann zahlen unsere Banken??
Zitat von sysopREUTERSTeure Einigung für die Bank of America: Die US-Großbank überweist dem staatlichen Hausfinanzierer Fannie Mae mehr als zehn Milliarden Dollar, um einen Streitfall beizulegen. Das Geldhaus rechnet nun nur noch mit einem bescheidenen Gewinn. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bank-of-america-einigt-sich-mit-fannie-mae-a-876161.html
HRE, Commerzbank, HSH usw. Warum greift unsere Regierung nicht so rigoros durch?
tripleeight 07.01.2013
2. @fleischwurstfachverleger
die erwähnten institute leben nur noch durch garantien bzw. verstaatlichungen. wie soll da der staat mehr durchgreifen, als zumindest von der commerzbank das geld zurückzufordern und die erworbenen anteile später zu verkaufen?!? die anderen beiden wären ohne staatshilfe pleite und werden niemals wieder entsprechende gewinne erwirtschaften können. man hätte sie natürlich pleite gehen lassen können, aber man hatte angst vor dem rattenschwanz, den das mit sich gebracht hätte. jetzt muss man mit den folgen leben... jeder einzelne von uns :(
james-100, 07.01.2013
3.
Zitat von fleischwurstfachvorlegerHRE, Commerzbank, HSH usw. Warum greift unsere Regierung nicht so rigoros durch?
Wieso sollten die banksterhörigen Lakaien ihre Geldgeber zur Kasse bitten? Geht nicht, die Kosten werden der Normalbevölkerung aufs Auge gedrückt. Und wie Sie hier oft genug lesen können, bejubeln das viele Foristen und wählen weiterhin schwatz/Geld. Oder eben rot/grün.
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