Renditeschwäche Studie sieht deutsche Banken vor massivem Stellenabbau

Eine Langzeitstudie prophezeit Deutschlands Banken eine düstere Zukunft. Viele Institute sind demnach zu renditeschwach und verdienen ihr Geld mit überholten Geschäftsmodellen. Einzige Lösung: radikale Sparprogramme.
Frankfurter Skyline: Düstere Aussichten für Deutschlands Banken

Frankfurter Skyline: Düstere Aussichten für Deutschlands Banken

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Deutschlands Banken stehen einer Studie zufolge vor einem radikalen Ausleseprozess. Nur drei Geschäftsmodelle dürften sich langfristig durchsetzen, stellt die Managementberatung Bain & Company in einer am Dienstag veröffentlichten Studie fest. Nach Einschätzung der Experten zählen dazu:

  • globale Universalbanken wie die Deutsche Bank,
  • Regionalinstitute wie Sparkassen, Genossenschaftsbanken und die Commerzbank sowie
  • spezialisierte Häuser, beispielsweise reine Vermögensverwalter.

Bain hat für seine Studie die Abschlüsse von fast 2000 Banken in Deutschland einem Langzeitcheck seit 1970 unterzogen. Die Ergebnisse kommen zu einem öffentlichkeitswirksamen Zeitpunkt: Am Wochenende werden die Ergebnisse eines groß angelegten Stresstests veröffentlicht. Wer durchfällt, dem droht im schlimmsten Fall die Abwicklung. Auch für deutsche Institute könnte es eng werden.

"Am Ende werden fokussierte und renditestärkere Häuser stehen", schreibt Walter Sinn, der Deutschlandchef der Beratungsfirma. Als Haupttreiber sieht er den zunehmenden Kostendruck in der Branche. Nicht einmal sechs Prozent der Banken verdienten hierzulande ihre Eigenkapitalkosten von acht bis zehn Prozent; in den letzten drei Jahren habe die Eigenkapitalrendite der Institute im Schnitt bei gerade einmal 1,6 Prozent gelegen.

Am besten schnitten dabei noch Autobanken und Spezialfinanzierer ab, rechnete Sinn vor. Für die Branche insgesamt gebe es angesichts der Zinsflaute und des harten Wettbewerbs keine andere Lösung, als die Kosten weiter nach unten zu fahren, etwa durch eine Modernisierung der IT und eine Optimierung der Prozesse.

Sinn hält auf Zehn-Jahres-Sicht Kostenreduzierungen um bis zu 30 Prozent für nötig, das wären etwa 25 Milliarden Euro. Damit verbunden wäre nach seinen Berechnungen die Schließung von weiteren 11.000 Filialen und der Abbau von etwa einem Fünftel der 630.000 Arbeitsplätze in der Branche.

ssu/Reuters
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