Geschäfte rückabgewickelt Banken bekommen im Cum-Ex-Skandal Geld vom Staat zurück

Lange machten Banken mit Cum-Ex-Geschäften hohe Gewinne, dann kassierten sie empfindliche Strafen. Eine kuriose Folge des Skandals: Frankfurt muss den Instituten nun zu viel bezahlte Gewerbesteuern erstatten.
Skyline von Frankfurt: Folgenreiche Steuerdeals

Skyline von Frankfurt: Folgenreiche Steuerdeals

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Der Skandal um illegale Cum-Ex-Geschäfte hat für Frankfurt am Main ein teures Nachspiel: Die Stadt stellt sich darauf ein, Banken Gewerbesteuern im dreistelligen Millionenbereich zurückzahlen zu müssen. Es könne sich um eine Summe von etwa 200 Millionen bis 400 Millionen Euro handeln, erklärte das zuständige Dezernat am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte die »Wirtschaftswoche« darüber berichtet.

Frankfurt müsse den Banken zu viel entrichtete Steuern erstatten, sagte Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff dem Blatt. Noch habe die Finanzverwaltung die Summe aber nicht vollständig berechnet. Frankfurt sei aber vorbereitet, »jederzeit binnen drei Tagen einen dreistelligen Millionenbetrag erstatten zu können«.

Bei Cum-Ex-Geschäften ließen sich Banken Steuern erstatten, die sie nie bezahlt hatten. Rund um den Dividendenstichtag schoben mehrere Beteiligte Aktien mit (»cum«) und ohne (»ex«) Ausschüttungsanspruch hin und her. Dabei nutzten Investoren eine Gesetzeslücke, um den Fiskus über Jahre um Steuern zu prellen.

Weil Banken dadurch verbotenerweise hohe Gewinne machten, wurden Geschäfte rückabgewickelt. Rückwirkend sinkt so der Gewinn der Banken und damit auch die Grundlage für die Gewerbesteuer. Andererseits gab es auch Straf- und Steuernachzahlungen der Banken.

Cum-Ex gilt als größter Steuerskandal der bundesdeutschen Geschichte. Viele Banken sind darin verstrickt. Dem Fiskus entstand wegen der Geschäfte geschätzt ein zweistelliger Milliardenschaden. 2012 wurde das Schlupfloch geschlossen. Im Sommer 2021 stellte der Bundesgerichtshof fest, dass die Geschäfte als Steuerhinterziehung zu bewerten sind. Gerichte und Staatsanwaltschaften arbeiten die Affäre seit Jahren auf.

mic/dpa-AFX
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