Zukunft der Branche Commerzbank-Chef prophezeit Kahlschlag bei Bankfilialen

In zehn Jahren werden Bankfilialen wesentlich seltener zum Straßenbild gehören als derzeit, prognostiziert Martin Blessing. Sein eigenes Institut nahm der Commerzbank-Chef allerdings von der Vorhersage aus.
Bankenviertel in Frankfurt: "Wir haben den Prozess weitgehend hinter uns"

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Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images

Commerzbank-Chef Martin Blessing sagt seiner Branche ein massives Filialsterben voraus. "Im Moment haben wir über alle Bankengruppen hinweg - also Privatbanken, Volksbanken und Sparkassen - noch rund 35.000 Filialen in Deutschland. Davon wird in den nächsten zehn Jahren nach meiner Überzeugung bis zu einem Drittel schließen", sagte Blessing der "Rheinischen Post" .

Allerdings nimmt Blessing seine eigene Bank von der Voraussage aus. Die Commerzbank   habe die Schrumpfung bei den Filialen bereits weitgehend hinter sich, in den vergangenen Jahren habe man deren Zahl bereits von 1500 auf 1100 reduziert, sagte Blessing.

Commerzbank-Dividende möglich

Der vorhergesagte Kahlschlag bedeutet dem Bankchef zufolge jedoch nicht das Ende des Filialmodells in Deutschland. "Die Filiale bleibt ein Anlaufpunkt für Menschen, die auf persönliche Beratung nicht verzichten wollen." Das gelte etwa für die Themen Geldanlage, Altersvorsorge oder Immobilienfinanzierung.

Für die Aktionäre der teilverstaatlichten Commerzbank wird Blessing zufolge die erste Dividende seit 2007 wahrscheinlicher. Der Bankchef sagte in dem Interview: "Für dieses Jahr haben wir wieder eine Ausschüttung geplant, auch wenn man das nach einem halben Jahr natürlich noch mit Vorsicht sagen muss." Nach einem guten ersten Quartal 2015 hatte der Frankfurter Dax-Konzern 57 Millionen Euro für eine mögliche Gewinnausschüttung an die Anteilseigner reserviert.

fdi/dpa
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