Banken Citi-Chef Pandit fordert strenge Regeln für Finanzmärkte

Die Selbstheilungskräfte des Marktes allein reichen nicht aus, das ist inzwischen auch vielen Bankmanagern klar. Im Interview mit dem manager magazin fordert auch Citigroup-Chef Vikram Pandit jetzt schärfere Regeln für die Finanzmärkte. Allerdings sollten sie weltweit abgestimmt sein.

Citi-Chef Pandit: Internationale Abstimmung gefordert
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Citi-Chef Pandit: Internationale Abstimmung gefordert


Hamburg - Die Einsicht, dass die weltweiten Finanzmärkte schärferer Regeln bedürfen, ist inzwischen auch bis in die einzelnen Vorstandsbüros der Geldhäuser vorgedrungen. Vikram Pandit, Vorstandschef der amerikanischen Großbank Citi, gestand jetzt im Interview mit dem manager magazin öffentlich ein, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes nicht ausreichen: "Die Regierungen sollten dafür sorgen, dass das Finanzsystem besser funktioniert", sagte Pandit.

Die neuen Regelwerke müssten allerdings in enger internationaler Abstimmung entwickelt werden. "Eine rein amerikanische oder europäische Lösung kann nicht funktionieren. Dies würde nur dazu führen, dass die Standorte der Finanzkonzerne jeweils dorthin verlagert werden, wo das regulatorische Umfeld am günstigsten ist", sagte Pandit.

Insbesondere tritt der Bankchef dafür ein, sogenannte Schattenbanken wie Hedgefonds oder Hypothekenvermittler unter strikte Aufsicht zu stellen. Dies würde "die Stabilität des gesamten Systems erheblich erhöhen", sagte Pandit dem manager magazin.

Milliardenhilfen zurückgezahlt

Die durch die Finanzkrise stark angeschlagene Citigroup Chart zeigen hatte Ende vergangenen Jahres als letzte große US-Bank die vom Staat erhaltenen Milliardenhilfen zurückgezahlt. Pandit bekräftigte, dass sein Institut wieder auf dem Weg der Besserung sei. "Heute ist die Citi eine der am besten kapitalisierten Banken der Branche." Das Geldhaus habe zugleich seine Lehren aus der Krise gezogen, sagte der indisch-stämmige Top-Banker: "Wir sind die einzige große Bank in den USA, die nach der Krise tatsächlich geschrumpft ist. Die Citi ist heute um ein Viertel kleiner als bei meinem Antritt als CEO 2007."

Zur aktuellen Debatte um eine mögliche Zerschlagung von Großbanken sagte Pandit, es werde "auch in Zukunft große Finanzinstitutionen geben, nicht nur Banken, sondern auch Börsen, Clearingstellen oder Versicherungen". Auch für diese Konzerne stelle sich indes die Frage, "wie groß sie sein müssen oder dürfen, ohne in der modernen, vernetzten Finanzwelt zu einem Systemrisiko zu werden. Meiner Meinung nach sollten die Aufsichtsbehörden jede einzelne Bank fragen, wie groß sie eigentlich sein muss, um ihren ökonomischen Zweck zu erfüllen."

Pandit betonte zugleich, dass sich die Citi weiterhin im deutschen Firmenkundengeschäft engagieren wolle. "Unser Kreditrahmen für global agierende deutsche Kunden ist unverändert hoch. Im Firmenkundengeschäft spielt Deutschland nach wie vor eine große Rolle für uns", sagte der Bankchef. Das unter dem Namen Citibank geführte Filialgeschäft für Privatkunden hatte die US-Bank Mitte 2008 an die französische Crédit Mutuel verkauft.

mik



insgesamt 1528 Beiträge
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saul7 16.11.2009
1. Nein,
Zitat von sysopEin Jahr nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzbranche fassen die Banker wieder Mut: Bei einem Gipfeltreffen in Frankfurt debattierten Ackermann und Co. die Lehren aus der Krise - und mokierten sich vor allem über die Regulierungswut der Regierungen. Haben die Banken Ihrer Meinung nach eigentlich etwas aus der Krise gelernt? Diskutieren Sie mit!
die Banken haben nichts aus der Krise gelernt, weil die Politik ihnen nicht längst überfällige Regularien verpasst hat. Die Zockerei darf also weitergehen. Auf eine Entschuldigung der Banken darf noch gewartet werden!!
hajott59, 16.11.2009
2. warum auch?
Nein, die haben nichts gelernt. Warum sollten sie auch? Wenn es eng wird, kommt das große Füllhorn über sie und gut ist!
yato, 16.11.2009
3. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
4. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
5. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
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