Digitalisierung Banken haben seit 2014 jede fünfte Filiale geschlossen

Viele Menschen steigen auf Onlinebanking um - das geht nicht spurlos an den deutschen Banken und Sparkassen vorbei. Sie dünnen ihr Filialnetz weiter aus - und streichen Stellen.

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Weniger Bankfilialen, weniger Banker - so läuft der Trend in den meisten Staaten der Europäischen Union. Das zeigen jüngste vorläufige Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) für das Jahr 2018.

Demnach verringerte sich die Anzahl der Zweigstellen im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 7,5 Prozent. Die Zahl der Bankbeschäftigten sank ebenfalls, allerdings nur um 2,3 Prozent. Die EZB weist darauf hin, dass noch nicht für alle 28 EU-Staaten die kompletten Daten vorliegen.

Der EZB-Statistik zufolge gab es Ende 2018 in den Ländern des Euroraums zusammen noch gut 135.000 inländische Filialen von Banken. Ein Jahr zuvor waren es noch etwas mehr als 143.000 gewesen, 2014 sogar knapp 160.000. Die Zahl der Bankbeschäftigten sank in den 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung von rund 1,91 Millionen auf gut 1,85 Millionen. EU-weit sank diese Zahl von 2,74 Millionen auf knapp 2,67 Millionen.

Fast 100.000 Beschäftigte weniger in Deutschland

In Deutschland - traditionell ein besonders umkämpfter Bankenmarkt - setzte sich das Filialsterben fort und hat sogar noch an Tempo gewonnen. Binnen Jahresfrist verringerte sich die Zahl der Zweigstellen um mehr als 2000 auf zuletzt knapp 27.900. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es noch mehr als 35.000 Filialen gewesen. Innerhalb von fünf Jahren ist damit jede fünfte Bankfiliale in Deutschland verschwunden. Die Zahl der Beschäftigten ging im gleichen Zeitraum von knapp 650.000 auf 565.000 zurück.

Gestiegen ist hingegen die Zahl der Ablegergesellschaften von Banken aus anderen EU-Staaten, die in Deutschland Geschäfte machen. Sie legte von 86 auf 92 zu. Das könnte auch mit dem Brexit zusammenhängen, denn der angestrebte EU-Austritt Großbritanniens zwingt etliche Institute, sich neu zu orientieren.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
53er 04.06.2019
1. Es gab eine Zeit,
da wurde man bei Banken und Sparkassen als Privatmann noch fair beraten und nicht nur übervorteilt. Lang ist´s her! Eine gute Beratung zur Anlage wäre auch ein Grund, weiterhin bei ener Bank vorbeizuschauen aber mangels geeigneter Anlagemöglichkeiten wird einem dort nur noch Schrott oder eine Versicherung (auch Schrott) angedreht. Von daher manchen sich die Banken und Banker langsam ziemlich überflüssig.
ernstmoritzarndt 04.06.2019
2. Die große Zeit der Kreditinstitute ....
…. hat sich überlebt. Es gab Zeiten, da beschäftigte man sich dort ernsthaft mit den finanziellen Dispositionen der Kunden. Nachdem die "Banker" alle größenwahnsinnig geworden sind, jedes kleine Bundesland auch noch seine Landesbank bekam und der Herr Ministerpräsident den Aufsichtsratsvorsitz, obwohl er von den Geschäften nichts verstand und versteht - selbstverständlich bei angemessener Tantiemezahlung - hat das Kreditgewerbe drastisch an Ruf verloren. 1.) Ich kann nicht mehr darauf vertrauen, daß man mir jenes Produkt empfiehlt, das für mich und meine Situation am besten ist. 2.) Die Kreditinstitute sind in ihrer Gestaltung inzwischen weitestgehend stromlinienförmig angelegt, das bedeutet, daß man bei ihnen irgendwelche Standartprodukte erwerben kann, von denen man nicht weiß, was dahintersteckt (Beispiel: Wer hat jemals an eine Lehmann - Pleite gedacht? Wer hat jemals daran gedacht, daß die Deutsche Bank, die Commerzbank … heute da stehen, wo sie stehen). 3.) Die klassischen Privatbanken sind für Otto - Normalverbraucher nicht geeignet, im übrigen muß man auch bei ihnen damit rechnen, daß sie ausschließlich für sich selbst denken und handeln, nicht jedoch für die Kunden. Das Kreditgewerbe wird in den nächsten Jahren zu einer reinen Geldschaufelmaschine degenerieren, in der man seine Überweisungsaufträge eingeben kann und die Thaler auf dem Konto zählen. Die klassische Geldanlage wird wahrscheinlich in anderen Institutionen erfolgen. Leider reicht meine Phantasie nicht aus, um dort etwas zu erkennen, muß ich doch feststellen, daß die Zahl der Kevins (Kühnert) überhand nimmt und ich wahrscheinlich mit einer Sozialisation vom Vermögenswerten rechnen muß, sei es nun durch Steuern oder durch gezielte Enteignungen.
spon_8383796 04.06.2019
3. Schade
für die ältere Generation, die nicht mehr in der Lage ist Onlinebanking zu erlernen (meine ich Ernst) Für mich haben Bank-"Berater" schlicht keine Existenzberechtigung mehr. Jeder kann sich mittels des überall uns jederzeit abrufbaren Wissens selbst um Kredite, Versicherungen und Vermögensanlagen kümmen. Falls man daran kein Interesse hat, gibt es immer noch Honorarberater. Wer vertrauensvoll jegliche Verantwortung an seine ach so nette Heimantbank abgibt, ist selbst schuld :-). Meine Bank hat 24 Stunden am Tag geöffnet und nicht von 9-11 und 13-15 Uhr ( jeder der berufstätig ist weiß was ich meine )
franxinatra 04.06.2019
4. Man könnte es auch altersdiskriminierend nennen...
dass Menschen gezwungen werden sich mit einem unerwünschten Medium abzufinden, weil sie sonst vor vollendete Tatsachen gestellt werden; die Banken sollten gezwungen werden, Universalfilialen in jedem größeren Ort einzurichten; es war ohnehin sinnentleert, wenn an einer Stelle 5 Institute den gleichen Grundservice vor halten. Meinetwegen können dort noch andere Dienstleistungen angeboten werden, wie früher bei den Filialen der Postbank. Letztere ist ja durch die Deutsche Bank auch nur noch ein Schatten ihrer selbst...
Bibs1980 04.06.2019
5. Bankkaufmann
Ich würde heute keinem Berufsstarter mehr empfehlen, sowas wie Bank- oder Versicherungskaufmann zu lernen. Ich persönlich bin seit Jahren in meiner Bankfiliale nicht weiter als bis zum Vorraum mit den Bargeldspendern gekommen. Daher wundert es mich etwas, dass es _nur_ jede fünfte Filiale ist. Die Sparkassen funktionieren seit einigen Jahren ihr Personal zu Drückerkolonnen um, um den Kunden allerlei Versicherungs-Klimbim und andere ergänzende Produkte anzudrehen. Ich wurde sehr nett vor ziemlich genau zwei Jahren erstmals zum "jährlichen Finanz-Check" eingeladen - nachdem bei mir aber nichts zu holen war, habe ich auch nichts mehr davon gehört.
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