Plus 6,4 Prozent in nur einem Jahr Preise für Girokonten stiegen kräftig

Die Banken langen bei den Preisen für Privatkunden immer kräftiger zu. Nach 4,7 Prozent im vergangenen Jahr stiegen die Preise für Bank- und Sparkassendienstleistungen nun im Schnitt um 6,4 Prozent.
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Jens Kalaene / DPA

Die Gebühren von Banken und Sparkassen sind in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Allein von Oktober 2019 bis Oktober 2020 kletterten die Preise im Durchschnitt um 6,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte . Bereits im Jahr 2019 hatten sich die Preise für Bank- oder Sparkassendienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr demnach um 4,7 Prozent erhöht.

Auch mittel- und langfristig ist die Preisentwicklung für die private Kontoführung laut Statistik »auffällig«: Von 2010 bis 2014 waren die Preise vor allem aufgrund weggefallener Bearbeitungsgebühren für Privatkredite um mehr als ein Viertel (27,9 Prozent) gefallen, seit 2015 stiegen sie dann kontinuierlich wieder an. Von 2015 bis 2019 summierten sich diese Preissteigerungen laut Statistik auf insgesamt 25 Prozent.

Filialnetz, Infrastruktur und Personal über Gebühren finanziert

Durch das Zusammenspiel der beiden Effekte relativiert sich demnach der Preisanstieg über einen längeren Zeitraum betrachtet aber: Verglichen mit dem Jahr 2010 fielen die Preise im Jahr 2019 um 8,2 Prozent, wie die Statistiker hervorhoben.

Die Banken erklären die massiven Preissteigerungen der vergangenen Jahre mit fehlenden Einnahmen aus Einlagen, Finanzprodukten und Darlehen. In der Vergangenheit hätten die Banken das Privatkundengeschäft mit diesen Einkünften quersubventionieren können. Mittlerweile müssten sie die Kosten für Filialnetz, Infrastruktur und Personal auch über Kontoführungsgebühren finanzieren.

Bei der Preisentwicklung für das private Girokonto berücksichtigten die Statistiker verschiedene Gebühren wie Grundgebühren, Überweisungen, Daueraufträge, Barabhebungen, Kreditkarten, Kontoauszüge und Ähnliches. Darüber hinaus beobachteten sie die Preise für den privaten Wertpapierhandel und das private Wertpapierdepot.

apr/AFP
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