Nach Freispruch für Fitschen Staatsanwaltschaft legt Revision gegen Urteil ein

Die Münchner Staatsanwaltschaft gibt noch nicht auf. Nach den Freisprüchen für Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und vier Ex-Banker haben die Ankläger Revision gegen das Urteil eingelegt.
Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen

Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP

Nur einen Tag nach dem Freispruch für fünf Top-Banker der Deutschen Bank hat die Münchner Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil eingelegt. "Wir warten jetzt auf die schriftliche Urteilsbegründung, um dann zu entscheiden, ob wir die Revision dann weiter verfolgen oder zurücknehmen", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Banker waren am Montag nach einem Jahr Verhandlungsdauer vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hielt die Manager aber bis zum Schluss für schuldig und hatte zum Teil sogar Gefängnisstrafen beantragt.

Die Anklagebehörde ist davon überzeugt, dass die Männer sich abgesprochen hatten, um vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München falsch auszusagen. Damit hatten sie aus Sicht der Ankläger die Deutsche Bank vor Schadenersatz-Zahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch bewahren wollen. Alle fünf hatten dies zurückgewiesen.

Während des Prozesses war es immer wieder zu heftigen Wortgefechten gekommen, weil die Verteidiger der Staatsanwaltschaft Prozessverschleppung durch zahlreiche Beweisanträge vorwarfen. Dadurch dauerte das Verfahren wesentlich länger als ursprünglich geplant. Der Vorsitzende Richter Peter Noll hatte in seinem Urteilsspruch aber versöhnliche Töne in Richtung Staatsanwaltschaft angeschlagen und gesagt, der Prozess sei trotz des Ergebnisses richtig gewesen, um die anfangs schweren Vorwürfe gründlich aufzuklären. Die umfassende Beweisaufnahme habe aber keinen Beweis für die Anklage geliefert.

Sollte die Staatsanwaltschaft die Revision nicht zurückziehen, müsste sich der Bundesgerichtshof mit der Entscheidung des Münchner Landgerichts befassen.

msc/dpa
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