Krankenkassen Betrugsverdacht bei der Barmer

Die Barmer steht im Mittelpunkt staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Mitarbeiter von Deutschlands zweitgrößter Krankenkasse sollen mit Hilfe falscher Daten Geld aus dem Gesundheitsfonds abgezogen haben.
Von Marvin Oppong
Das Gebäude der Hauptverwaltung der Barmer

Das Gebäude der Hauptverwaltung der Barmer

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Beamte des Landeskriminalamts Berlin durchsuchten nach Informationen des SPIEGEL am 6. März im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Wuppertaler Hauptverwaltung des Unternehmens und Barmer-Räumlichkeiten in Berlin sowie Privatwohnungen von beschuldigten Mitarbeitern. Bereits im Dezember 2016 hatte es eine Razzia in Büros der Krankenkasse in Berlin gegeben.

Die Ermittlungen richten sich gegen ehemalige Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und zwei Mitarbeiter der Barmer. Der Verdacht lautet auf "Betrug und Bestechung". Die KVs leiten regelmäßig Zahlen über die Erkrankungen der Versicherten der einzelnen Kassen an diese weiter. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Kassen bearbeiten die Daten und übermitteln sie dem Bundesversicherungsamt, das berechnet, wieviel Geld eine Kasse aus dem Gesundheitsfonds erhält. Dabei sollen "berechnungsrelevante Daten unbefugt verändert und an das Bundesversicherungsamt" weitergeleitet worden sein, so Martin Steltner, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin.

Die Barmer erklärt, man arbeite "eng und vertrauensvoll mit der Staatsanwaltschaft Berlin zusammen", könne jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen öffentlich nicht auf konkrete Details eingehen. Die Kasse habe "keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten".

mop