Wassermangel im Rhein BASF muss Milliardenanlage stilllegen

Wegen des niedrigen Wasserpegels im Rhein muss der Chemiekonzern BASF eine Kunststoffproduktion in Ludwigshafen aussetzen. Konzernchef Brudermüller fordert Konsequenzen für Stauwerke und Schleusen.
Niedrigwasser am Rhein

Niedrigwasser am Rhein

Foto: Uli Deck/ dpa

Die lange Trockenheit in diesem Jahr bereitet dem BASF-Hauptwerk weiterhin Probleme: Wegen der Wasserknappheit im Rhein hat der Chemiekonzern nun die Produktion des Kunststoffprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) in Ludwigshafen ausgesetzt. TDI ist ein Vorprodukt zur Kunststoffproduktion.

"Das Wiederanfahren der Anlage hängt von der weiteren Entwicklung des Rheinpegels ab", teilte das Unternehmen mit. Obwohl BASF alle Alternativen nutze - Pipeline, Lastwagen und Zug -, könnten nicht alle Rohstoffe nach Ludwigshafen transportiert werden. BASF transportiert am Stammwerk 40 Prozent der Güter per Schiff.

Die eine Milliarde Euro teure TDI-Anlage läuft erst seit Juli 2018 im Regelbetrieb. Der Bau des bisher größten Einzelprojekts in der 153-jährigen BASF-Geschichte hatte sich erheblich verzögert und wurde deutlich teurer als geplant.

Der niedrige Pegelstand hat in diesem Jahr auf das Geschäftsergebnis durchgeschlagen, hieß es bereits vor zwei Wochen. Allein im dritten Quartal verzeichne das Unternehmen ein um rund 50 Millionen Euro niedrigeres Betriebsergebnis - bedingt durch höhere Transportkosten und Produktionsverluste.

Als Konsequenz aus dem Niedrigwasser fordert BASF-Chef Martin Brudermüller eine Diskussion über Konsequenzen "Wenn weniger Wasser reinfließt, darf eben auch nur weniger rausfließen. Dafür wären dann Schleusen und Stauwerke erforderlich", sagte er dem "Tagesspiegel" . "Über solche Infrastrukturinvestitionen müssen wir diskutieren", sagte der seit Mai amtierende Chef. In der BASF-Geschichte habe das Unternehmen nie einen solchen Sommer erlebt.

mho/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.