Deutsche Industrielegende BASF streicht weltweit 6000 Stellen

Der deutsche Chemiekonzern BASF nimmt erhebliche Einschnitte bei der Belegschaft vor. Tausende Stellen fallen weg.

BASF-Standort in Basel
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BASF-Standort in Basel


Der Chemiekonzern BASF verordnet sich schlankere Strukturen und baut weltweit 6000 Stellen ab. Das Unternehmen kündigte am Donnerstag eine organisatorische Neuausrichtung an. Ungefähr die Hälfte der Stellen soll in Deutschland wegfallen, der überwiegende Teil am Heimatstandort Ludwigshafen.

Vorstandschef Martin Brudermüller hatte zuvor bereits Mitte Juni in einem Interview angekündigt, der Konzern werde in diesem Jahr deutliche Einschnitte vornehmen. Die Verwaltung soll verschlankt, Abläufe und Prozesse vereinfacht werden, teilte das Unternehmen nun mit. BASF will damit 300 Millionen Euro einsparen. Erste Änderungen der neuen Konzernstruktur würden Anfang Januar 2020 in Kraft treten. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) von BASF war im ersten Quartal um ein Viertel auf 1,7 Milliarden Euro eingebrochen.

BASF beschäftigt weltweit mehr als 120.000 Mitarbeiter. Laut Unternehmensangaben entfallen davon bislang rund 50.000 auf die deutschen Standorte des Konzerns. Allein für das Stammwerk in Ludwigshafen - mit etwa zehn Quadratkilometer Fläche das größte zusammenhängende Chemieareal der Welt - gibt BASF die Zahl der Beschäftigten mit 39.000 an.

beb/Reuters/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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matthias-j 27.06.2019
1. Tja. Der grosse Boom der deutschen Wirtschaft ist vorbei
Stellt sich die Frage was man dann mit den Millionen neuen Facharbeitern, Ingenieuren und Professoren macht.
mueller1 27.06.2019
2. Mir gefiele es besser,
wenn meine BASF-Aktien wg. wachsenden Gewinnen statt Personalabbau stiegen.
Newspeak 27.06.2019
3. ...
6000 Stellen klingt viel, aber bei 120000 Stellen weltweit doch relativ wenig. Wenn es hilft, BASF besser aufzustellen, ok. Man kann nur hoffen, dass BASF weiterhin vernuenftige Entscheidungen trifft, denn Bayer scheint ja nach Hoechst der naechste Kandidat fuer eine Totalzerstoerung durch falsche Managemententscheidungen zu sein. Viele Menschen in Deutschland realisieren leider nicht einmal, wie bedeutend die Chemieindustrie fuer den Wohlstand Deutschlands ist.
mannigabriel 27.06.2019
4. Schlanker werden!...So, so....
BASF und M. Brudermüller wollen also Personal entlassen, und mit dieser Maßnahme die Strukturen der BASF weltweit, wohl auch im Werk LU, auf Effizienz trimmen, Abläufe vereinfachen und schneller gestalten. Ich nehme hier also Bezug auf Erfahrungen die ich im Laufe der Jahre (demnächst immerhin 30 Jahre) in meinem direkten Umfeld gemacht habe. Leider merkt man davon so rein gar nichts im Werk LU. Nicht in jüngster Zeit, seit MB das Ruder übernommen hat, und schon gar nicht in der längeren Vergangenheit. Das Gegenteil ist und war hier der Fall. Man hat Strukturen geschaffen, mit denen man einen Verwaltungsapparat schuf, der seinesgleichen sucht. Arbeitskreise, oder neu "Workshops" haben sich gejagt mit den Besprechungen, Gesprächsrunden über "haste nicht..." und "weißte schon...." selten dabei die Effizienz gesteigert und Abläufe klarer strukturiert! Der Informationsfluss in dieser Firma scheint mir dringendst verbesserungswürdig! Oftmals ging Mann/Frau da raus und fragte sich:"...was sollen wir nun eigentlich machen...?" Optimierungsvorschläge, oder alt "Kritik", wurde, und wird häufig dünnhäutig und gnadenlos abgebügelt. Die Fakten, Ideen derer, die vor Ort arbeiten, in der Produktion, die Service-Betriebe wie Schlosser, Elektriker, MSR, Forschung, Verwaltung etc. verhallen oftmals ungehört. Solang man sich in dieser Firma aber weigert die Fakten und Realitäten zu akzeptieren, ja einmal überhaupt nur anzuhören, und dann ggf. zu reagieren, wird sich in diesem Werk und dieser Firma, so fürchte ich, nicht viel und schon erst recht nicht Wesentliches zum Guten/Besseren ändern. Stichwort "Sonntasgreden"! Die Geschäftsentwicklung bei BASF ist ja kein Einzelfall, die gesamte Entwicklung in großen Teilen der politischen (Welt)Lage geschuldet. Insofern sollte man die Kirche im Dorf lassen, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Details über die zu erwartenden Maßnahmen bekannt sind. Wir, meine KollegenInnen und Ich in der BASF haben in den letzten Jahren Rekord über Rekord Ergebnis abgeliefert. Das wurde hingenommen, die "Anerkennung" der Hierarchie wirkte oftmals, für mich, nicht überzeugend. Jetzt, da sich die Lage und ein nahezu 10 Jahre währender Aufschwung möglicherweise dem Ende nähert, holt man zum "Schlag" mit amerikanischen Methoden aus. Hire and fire! Das ist alles was man zu bieten hat? Ich hoffe nicht. Manchmal kann es schon genügen, wenn man den Menschen, den Leuten einmal zuhört und daraus Schlüsse zieht. Dann brauche ich nämlich kein millionenschweres Projekt um festzustellen, warum der "gemeine Aniliner nicht mehr "moi Fabrik/moi Anilin" sagt. Man (in der geschäftsführenden) Ebene hat man es sich ziemlich versaut mit den Leuten an der Basis. Die Stimmung vor Ort ist ein klares Indiz dafür! Niemand stellt die Kompetenz der Geschäftsleitung in Frage. Die Mitarbeiter sind aber auch keine "unwissenden" und naiven Jungs und Mädels. Kehren Sie zum Dialog mit den Mitarbeitern zurück; auf Augenhöhe und ungefiltert! Und das Beste! Dieser Vorschlag kostet sie keinen Cent und keinen Arbeitsplatz! Grüße
bernhardk.teinzer 27.06.2019
5. 5 % für die Effizienz
klingt viel ist aber in der heutigen Zeit für Umstrukturierungsmaßnahmen normal da diese gewöhnlich über einen längeren Zeitraum laufen und bestimmt mit dem Betriebsrat abgestimmt sind.
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