Trotz Kritik BASF will Chinageschäft noch weiter ausbauen

In Politik und Wirtschaft wächst das Unbehagen angesichts der großen Abhängigkeit von China. Ganz anders hingegen ist das bei BASF. Konzernchef Brudermüller will sogar noch mehr in der Volksrepublik investieren – und warnt vor »China-Bashing«.
BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller

BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller

Foto: Uwe Anspach / dpa

In die Debatte über den zukünftigen Umgang mit China hat sich nun ein prominenter Verfechter engerer Beziehungen zu Wort gemeldet. Während in Politik und Gesellschaft die Skepsis gegenüber der Volksrepublik deutlich wächst, will der Chemieriese BASF im Gegenteil die Verbindungen noch weiter ausbauen – und dort weiter investieren. »Wir kommen in der Summe zum Schluss, dass es vorteilhaft ist, unser Engagement dort auszubauen«, sagte BASF-Chef Martin Brudermüller.

Zuletzt hatte der Einstieg Chinas beim Hamburger Hafen heftigen Streit in Berlin und der Hansestadt ausgelöst. Der Cosco-Konzern wollte zunächst 35 Prozent der Anteile am Containerterminal Tollerort übernehmen, laut einem Kompromissvorschlag sollen es nun knapp unter 25 Prozent sein. Gleichgültig, ob dieses Geschäft vollzogen wird oder nicht: Der Wind für deutsch-chinesische Wirtschaftsprojekte wird deutlich rauer. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief zuletzt zu mehr Distanz zu China auf. Die Bundesregierung werde in der Handelspolitik künftig einen schärferen Kurs gegen China fahren, hat auch Wirtschaftsminister Robert Habeck angekündigt.

Chemieriese macht sich keinerlei Sorgen

BASF-Chef Brudermüller hält das für das falsche Vorgehen. Er fordert eine »Resilienz-Strategie« von der Bundesregierung. »Sie sollte hinaus in die Welt blicken und schauen, wo ist etwas nicht so, wie es sein sollte.« Es gebe Defizite und Risiken nicht nur mit Blick auf China. »Ich glaube, es ist dringend notwendig, dass wir vom China-Bashing wegkommen und mal etwas selbstkritisch auf uns gucken.«

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BASF gehe von weiterem Wachstum in China aus. Die Volksrepublik bleibe für den Konzern ein wichtiger Markt. »Wir machen uns um die langfristige Entwicklung keine Sorgen«, betonte der BASF-Chef, der nach eigenen Angaben Anfang November Teil der Reisegruppe von Bundeskanzler Olaf Scholz bei dessen Besuch in China sein wird. BASF errichtet aktuell etwa einen Verbundstandort in China, für den der Konzern nach früheren Angaben bis 2030 bis zu zehn Milliarden Euro investieren will.

beb/Reuters

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